Musentempel. Akademie. Schauraum. So jedenfalls sind wir es gewohnt: Eine Sammlung oder die Auswahl von Sammlungsstücken im öffentlichen oder privaten Raum gezeigt zu bekommen. In Köln gibt es ein Museum, das den Schauraum neu fasst. Als großen Denkraum, in dem nur wenige Werke gleichzeitig zu sehen sind. Statt auf Fülle setzen sie in Kolumba, dem Diözesanmuseum von Köln, auf Einzelstücke, die ihren Reichtum im freien Raum ausbreiten. Werke bekommen hier die Möglichkeit, zu wirken. Mit anderen Werken zu korrespondieren. Einen anzusprechen oder kalt zu lassen.
Wenn ich ehrlich bin, dürfte mir das eigentlich nicht gefallen. Ich mag didaktische Inszenierungen im Schauraum nicht besonders, gelenkt werde ich erst recht nicht gern. Dennoch, Kolumba haut mich jedes Mal aufs Neue um. Um herauszufinden, was mich so fasziniert, werde ich in der kommenden Zeit hin und wieder über das Haus schreiben: „10 Türchen für Kolumba“ soll diese locker geführte Miniserie heißen, in Vorfreude auf 2017, wo das Museum sein 10-jähriges Bestehen im neuen Haus von Peter Zumthor feiert.

papiertänzerin 28. September 2016
… könnte mir gefallen, nicht aus didaktischen Gründen ;-). sondern weil Fülle in Museen mich erschlägt…
LikeGefällt 1 Person
Stephanie Jaeckel 28. September 2016
Ja, das ist natürlich das Tolle an Kolumba. Sie machen einfach alles richtig. Wo in anderen Häusern so viel wie möglich an die Wände kommt (und man kann es verstehen, wenn man so viele Schätze hat), setzen sie konsequent auf Auswahl und Reduktion. Ein Bild kann dann schon mal eine Stunde lang beguckt werden, ohne dass man sich langweilt oder gestresst auf die nächsten 20 Werke schaut.
LikeLike