allein oder einsam?

Ich habe erst spät gemerkt, dass ich viel allein bin. Als Einzelkind von berufstätigen Eltern war es „normal“, allein zu sein, wenn ich mich nicht mit Freund/innen getroffen habe. Ich habe viele Dinge schon früh mit mir ausgemacht, bin gerne in Büchern verschwunden oder in irgendein Versteck. Für mich sein war das und wichtig. Im Studium habe ich viel gelesen und gelernt, zum Magister hin auch in Lerngruppen, sonst meist allein. Texte kann ich nur schreiben, wenn ich viel Ruhe habe. Im Großraumbüro werde ich so spröde wie ein alter Backstein, dass mich kaum noch jemand zu grüßen wagt. Nein. Das finde ich nicht gut und rudere immer wieder zurück (haha, ein rudernder Backstein). Es zeigt nur, dass ich auch unter Menschen gut abtauchen kann. Einsam fühle ich mich selten. Wohl, weil mir das Alleinsein behagt. Dennoch gibt es Momente. Und es sind nicht mal die Katastrophen oder die Tage mit Kopf- oder Rückenschmerzen. Es sind eher Erfolge, die mir ein Gefühl von Einsamkeit vermitteln. Wie wenn man mit seiner Freude ganz allein auf einem Berggipfel steht. Aber wahrscheinlich tut man das auch sonst – oder?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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