Noch gibt es sie, die einzigartigen Orte, an denen es genau so ist und nicht anders. Am Meer zum Beispiel, und da können wir am Wannsee noch so viele Strandkörbe aufstellen oder an der Spree, Meer bleibt mehr. Jede/r hat vermutlich solche Orte, die ihr oder ihm einzigartig sind. Was mir auffiel, als ich weniger als zwei Stunden am Ostseestrand war, wie viel Rückbesinnung auf das Wesentliche mir eine Meeresküste gibt.
Vielleicht ist dies ein Geschenk der Natur (und ich hüte mich, von unberührter Natur zu sprechen, weil es die nun mal nirgends mehr gibt, auch wenn hier und da noch keine Strandkörbe stehen): Dass wir unserer Freiheit gewahr werden, dass wir unsere Ausmaße im Vergleich zu Himmel und Erde begreifen (nein, Kleinsein ist keine Einschränkung der Freiheit), dass wir einen Zustand der Zeitlosigkeit (zumindest der Uhrzeitlosigkeit) erfahren. Dass wir es vermutlich sogar schaffen, einmal das unablässige Denken abzuschalten. Die gute Nachricht. Solche Orte gibt es auch im nahen Umland, manchmal sogar mitten in der Stadt. Und: Es braucht keinen Urlaub, um sie zu besuchen. Nur einen kurzen Sprung aus dem Hamsterrad.

papiertänzerin 21. Juni 2016
…. habe im Studium mal Kant gelesen: es ist die Erhabenheit der Natur, die uns ins rechte Verhältnis stellt, ohne dass wir uns klein fühlen…(wenn ich das damals richtig verstanden habe 😉 )
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