Nachdenken.

Das Schöne an Kunst ist, dass man es wirklich nicht wissen kann. Man muss schon überlegen, fantasieren, sich ärgern, freuen, den Mut vielleicht auch mal verlieren, weit ausholen. Lachen hilft fast immer. Am Kopf kratzen gelegentlich. Gespräche wirken Wunder. Und wer eine Energie in dem spürt, das er oder sie da wunderliches sieht, ist es eigentlich schon gut. Außer man will der Sache so richtig auf den Grund gehen. Auch gut. Ach so, nachdenken geht am besten, wenn ich mit ganzem Herzen dabei bin. Und keineswegs mit einem kalten.

Das Foto ist 2009 im Haus der Kunst entstanden.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 6

    • Stephanie Jaeckel 23. Mai 2016

      Kunst oder auch Musik über den Intellekt zu erfassen, ist nur die Hälfte der Wahrnehmung. Sinne sind nun mal angesprochen, das kalte Herz hilft nicht weiter, selbst wenn der Gehirnkasten heiß gelaufen ist. Nein, es geht jetzt nicht nur ums Mögen oder Schönfinden. Aber es gibt eine Art Empathie (so nenne ich das jetzt mal), die mir das Aufschlüsseln erleichtert. Dennoch gilt: Ich muss nicht alles mögen. Aber eben auch: Vielleicht habe ich das nächste Mal einen besseren Zugang.

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  1. Rabis 23. Mai 2016

    Ich glaube, in der Kunst tut sich ganz viel, in den vergangenen Jahrzehnten vor allem jetzt auch durch die weltweite Vernetzung. Früher kam Kunst ja von „können“, aber ich glaube, heute kommt Kunst vom „fühlen“, wobei auch „können“ durchaus willkommen ist. Ich bin ja noch so der altmodische Typ, dass mir das „können“ doch auch wichtig ist, dass ich sehe, da hat jemand entweder lange geübt oder an seiner Begabung gefeilt. Wobei das allein bringt natürlich kein Kunstwerk hervor. Wenn ich Bilder oder Skulpturen oder Installationen sehe, muss der Funke überspringen. Und entweder brennen dann meine pros oder meine contras, aber brennen muss es. Und da wir heute ja weltweit auf die Kunst zugreifen können und nicht mehr nur auf Ausstellungen in Reichweite warten müssen, kann man soviel mehr entdecken. Wobei auch hier kommt wieder meine altmodische Ader durch: etwas live sehen und – wenn schon nicht anfassen, so doch begreifen dürfen, ist doch noch einmal ein anderes Kunsterleben, als etwas bei Facebook oder Twitter oder wo auch immer gepostetes. Ausnahme: wenn ich wo richtig gut reinzoomen kann, mag ich das auch an der digitalen Kunst, denn live sind die Bilder oft klein oder hängen so, dass man nicht richtig nah ran gehen kann und da finde ich die Zoomfunktion meines Browsers schon segensreich.
    Viele Grüße
    Rabis

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    • Stephanie Jaeckel 23. Mai 2016

      Ich denke, die Trennung in Früher und Heute ist schwierig zu ziehen, denn Können ist wie Fühlen so oder so nötig, um Kunst auf den Weg zu bringen. Ich muss ein Gespür haben für Dinge, die außerhalb des schnöden Alltags stehen (ob durch Schönheit oder Provokation oder, oder, oder), einen Blick für das Machbare und ein Händchen zur Realisierung (oder ein Köpfchen, manches ist ja eher durch ein Miteinanderverknüpfen verschiedener Dinge, Ideen, Menschen zu machen). Frühere Maler zum Beispiel konnten es auch nicht nur beim Können belassen. Oder sie kamen in die dritte, vierte oder fünfte Reihe (für immer). Auch die Aura ist meines Erachtens nichts Altmodisches. Es ist vielleicht etwas anderes als das, was mit der Computertechnik neu entsteht. Aber wo es ums Machen geht, bleibt das Original eben etwas unverwüstlich eigenes. Wo es um eine Idee geht, hat die Kopie der Kopie die gleiche durchschlagende Power wie der Prototyp.

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