waren die Lieblingsblumen meiner Oma. Bis zum Schluss humpelte sie auf ihr kleines Gartenstück im Innenhof einer großen Nachkriegssiedlung, um ihr Rosenspalier zu pflegen. Ich kann erst heute einschätzen, wie viel Arbeit das bedeutete. Und wenn ich überlege, kenne ich niemanden mehr, die oder der sich solch hochwachsende Rosenstöcke antut. Dabei sind Rosen schon toll, vor allem, wenn sie duften. Und die Vorstellung von einem Schloss, dass hinter Dornenhecken eingeschlafen ist, gefällt mir eigentlich auch.
Diese hier wachsen im Park von Sanssouci. Sie sehen wie eine kostbare und vor allem köstliche Nachspeise aus oder wie eine Kreuzung der beiden Rosenbüsche von Schneeweißchen und Rosenrot. Vielleicht waren die Rosen das Einzige, was sich meine Oma an arbeitstechnischem Luxus leistete. Sie war vierfache Mutter und musste den Krieg weitgehend ohne meinen Opa überstehen. Sie war als junge Frau und auch später wieder, als es im Wirtschaftswunderland stracks in den Wohlstand ging, stets berufstätig gewesen. Hausarbeit mochte sie nicht besonders, erledigte aber selbstverständlich ihre Pflichten. Als sie in Rente ging, hatte sie keine Hobbys. Sie freute sich über ihre Enkelkinder und darüber, nicht mehr in so einen engen Zeittakt eingespannt zu sein. Sie ging gerne wandern und in den Ferien wurde gereist. Am liebsten in die Berge. Kein Handschlag zu viel. Das war ihr schönstes Geschenk im Alter. Und die Rosen.

Jaelle Katz 6. Mai 2016
Meine Oma hatte auch Rosen: Hinter dem Haus an der Rosenlaube und im Garten gegenüber eine Rose, die über der Bank rankte. Deswegen mag ich selbst Rosen und habe bisher in jeden Garten welche gepflanzt, an dem ich länger zu Hause war.
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SätzeundSchätze 7. Mai 2016
Eine schöne Erinnerung an Deine Großmutter … eine ähnliche habe ich an meine, die immer Kaffeesatz und Eierschalen mixte als Dünger für ihre Rosen (die aber dennoch immer irgendwie merkwürdig dünn und blass blieben).
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