Im Kreis gehen

ein Horror für alle, die vorwärts kommen wollen. Im Kreis tanzen, ist natürlich was ganz anderes. Ein Rundfahrt ebenfalls. Und ein Kreislauf – wer würde es ihm übel nehmen. Aber warum gehen wir – meist, oft, immer –  nicht gerne im Kreis? Weil die Idee, wieder dort anzukommen, von wo aus man gestartet ist, deprimiert? Ein Weltreisender kommt doch auch wieder – und freut sich sogar auf sein zu Hause. Im Kreis gehen hat etwas unökonomisches. Wer wieder am alten Platz ankommt, ist nicht weit gekommen. Allenthalben hat er einen Ausflug gemacht. Und morgen noch einmal? Wohl doch nicht im Ernst? Tiere kreisen ihre Beute ein. Im Kreis gehen kann auch eine Bewegung ohne Ziel, ein Bewegen von Gedanken bedeuten. Schon manche gute Idee wurde im Kreis geboren, oder zumindest im verwackelten Oval. Vielleicht lässt sich im Kreis auch wieder die verlorene Balance wiederfinden. Oder den Faden aufnehmen, der verloren gegangen ist. Der Kreis ist ein Symbol für Vollkommenheit. Ein Hoch auf den Kreis!

Das Foto zeigt ein Wandbild im obersten Geschoss des Berliner Martin-Gropius-Baus.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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