Nenn‘ mir Deine Vorbilder und ich sage Dir, wer Du bist. Auf größere Gruppen angewendet ist es die Frage nach den Helden, die meist schnell Auskunft gibt. Helden sind – versucht man ihre Rolle zu beschreiben – die besten Möglichkeiten eines Menschen, d.h. die besten Möglichkeiten, die sich eine Gruppe von Menschen zu einer bestimmten Zeit für einen Menschen vorstellen kann. Tatsächlich wandeln sich Heldenfiguren. Besonders deutlich wird das an der Tatsache, dass es mittlerweile mehr Heldinnen gibt als noch vor hundert Jahren. Will man die Gemeinsamkeiten von Held/innen ausmachen, könnte man drei herausheben: Risikobereitschaft (die auch vor dem eigenen Tod keinen Halt macht), Engagement (meist greifen Held/innen für andere ein, nicht für sich selbst), Empathie. Dabei ist die Wahl eines Helden subjektiv. Deshalb kann eben ein Held auch schnell Auskunft über die eigene Befindlichkeit geben. Es scheint allerdings einen deutlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen zu geben: Männer schätzen die Freiwilligkeit, mit der ein Held zur Tat schreitet, Frauen respektieren vor allem Menschen, die keine andere Wahl haben. So oder so. Helden sind wichtig. Sie bestätigen unsere Werte. Und was noch wichtiger ist: Im Grunde können wir alle Held/innen werden – und wenn nur für einen Tag.
