Ein Sonnenuntergang in Schöneberg

nun – ich habe ihn so gesehen, und auch fotografiert, allerdings ist das keineswegs die Sonne. Die sank nämlich gerade hinter einer dichtgrauen Wolkendecke (eben, fast so opak wie eine Wolldecke) hinter den Horizont und ließ uns Berliner/innen bei schlappen drei Grad nach Hause oder zum Einkauf gehen. So wiederum habe ich Proust für mich heute umgedeutet, der darauf hinwies, wie der Impressionismus eine neue – dem Alltagsblick überlegene – Form des Sehens biete, eine Art Verfälschung durch momentane Aufnahmen, die sich einer eindeutigen Interpretation entziehen, und damit eine neue Dimension der Wirklichkeit öffnet. Eine Wüstensonne in Schöneberg – ja, warum denn eigentlich nicht?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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