zur Besinnung kommen? Ich habe durchaus etwas für die besinnliche Vorweihnachtszeit. Die schönen Abenddämmerungen, die frühen Nächte, die dunklen Stunden, wie gemacht für Kerzenlicht und Abende auf dem Sofa. Doch die urbane Weihnachtsdekoration mit Buden, Bimmeln und Blühwein (sorry), das ist übel, kaum auszuhalten und vor allem nicht zu umgehen. Auf dem Weg zu einem neuen Föhn und Telefon war ein Weihnachtsmarkt zu überqueren, die Novemberwolken hingen tief und wahnsinnig schlecht gelaunt in den Trubel hinein, ein Bild zum Heulen. Aber es gab da etwas, vital, vor allem laut, das das Bild störte. Ein Rhythmus (oder waren es mehrere?), ein Krach, wie ein wahrhaftiger Höllenlärm. Da schien tatsächlich jemand gegen die Himmelstür anzuschlagen.
Dass es nur einer war, wollten meine Ohren nicht glauben. Die Augen weigerten sich, die Giraffe zu schlucken. Nur wenige Sekunden, nach dem ich das Foto gemacht habe, war das Spektakel auch schon vorbei: Polizeistreife. Ich habe wenigstens geklatscht. Nein. Es war keine schöne Musik, kein toller Rhythmus. Es war Verzweiflung darin und ein enormes Können. Und es war unheimlich. Da, wo solche Musik herkommt, dachte ich, möchte ich nicht sein. Kann es sein, dass die Giraffe verrückt ist? Meine Verstörung ist geblieben. Das Bild und das wilde Trommeln haben mich verschreckt. Nein. Es ist lange nicht alles das, was es scheint. Schon gar nicht vor Weihnachten.

wildgans 9. Dezember 2015
Surreal angehauchter Schrei nach Liebe. So sieht`s aus. Für mich.
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papiertänzerin 10. Dezember 2015
… lieber laut verzweifeln als still und ungesehen (laut schreien, danach ist mir manchmal).
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Stephanie Jaeckel 10. Dezember 2015
Für einen Schrei nach Liebe war es zu präzise, einfach zu gut. Es fehlte auch das Übergriffige, auch wenn es alles sehr unheimlich klang. Keine Ahnung, für mich wirkte es größer als ein verzweifeltes Ego.
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