Nein, das ist kein Karibikstrand. Das ist der Himmel über Berlin an einem wirklich arg grauen Niesel-November-Tag. Und keiner guckt hin. Im Flugzeug sitzen alle busy über ihre Lektüren gebeugt. Aber ich kann mich nicht satt sehen. Obwohl ich eigentlich lieber am Gang sitze (aber wer meckert schon, wenn Streik ist???) – Ansonsten hatte ich ein echtes Seh-Erlebnis in der Neuen Pinakothek. Ich stand vor drei Bildern, die Vincent van Gogh in den Jahren 1888-90 gemalt hat. Zwei Landschaften und eines der berühmten Sonnenblumenstillleben. Drei Bilder im selben Format: 92*73 bzw. 73,5 cm. Es sagt nicht viel, vielleicht, dass van Gogh auf bereits fertig aufgezogenen Leinwänden gemalt hat. Aber – das überhaupt zu sehen! Es war wie eine plötzliche Erleuchtung. Weil? Bilder im Grunde das Format sprengen. Es ist wie mit der Fernsehkiste. Im Grunde ist es egal, wie groß der Bildschirm ist, man hat das Bild eigentlich immer groß vor Augen, zumindest wenn einen die Sendung oder der Film begeistert. Auch gemalte Bilder sprengen den Rahmen. Natürlich gibt es welche, bei denen man erstaunt ist, wie klein sie sind. Aber beim Davorstehen wachsen sie dann doch wieder. Außerdem waren es hier Landschaften und Stillleben, d.h. ganz andere Welt-Aussichten, die ich meist eh nicht als gleich große Formate wahrnehme. Erst als ich weiter hinten im Raum stand – jaja, liebe Leute, echte van Goghs (insgesamt vier) und keine (!) Besucher: war ja „nur“ die Sammlung und keine Ausstellung – konnte ich die gleichen Formate bemerken. Wie gesagt, keine spektakuläre Einsicht. Mich hat sie trotzdem fast umgehauen. Und dann Cézanne, aber davon später mal.

papiertänzerin 12. November 2015
… passender Klunker zu dem Buch, das ich gerade mit Begeisterung lese. „Was gibt´s zu sehen? 150 Jahre moderne Kunst auf einen Blick“ von Willy Gompertz (der war Direktor der Tate Gallery und schreibt leicht schön verständlich & anekdotenreich), für mich als kunstliebende Banausin genau richtig….
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Stephanie Jaeckel 12. November 2015
Für mich als kunsthistorische Banausin natürlich keine Lektüre 😉 – nee, im Ernst: toll, dass es ein Buch über Kunst gibt, das begeistert. Meist sind sie ja stinklangweilig und ich frage mich, wie man über aufregende Kunstwerke sooooo öde schreiben kann. Danke für den Tipp!!!
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papiertänzerin 12. November 2015
… kannst du übrigens auch, spannend über Kunst schreiben!
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