Frauen, Freunde + Bücher

Das, so schreibt Montaigne, seien im Leben eines Mannes die Garanten fürs Glück. Für Frauen galt das in seiner Zeit nicht so, auch wenn man Frauen in der Aufzählung mit Männern ersetzen würde. Denn Frauen konnten anno dazumal noch nicht lesen (oder eben nur wenige – und wenn, dann höchstens Französisch oder eine jeweils andere Landessprache). Frauen und Freunde, so schreibt Montaigne weiter, seien in jedem Leben – auch – Glücksfälle. Schließlich wachsen sie nicht auf Bäumen. Bücher natürlich auch nicht. Aber die gibt es je in größerer Auflage und hat man sich in eines verguckt, kann man es kaufen, oder zumindest ausleihen. Schön, und für viele Leserinnen und Leser nach wie vor wahr, dass Bücher Freund/innen werden können. Manchmal für ein Leben lang. Zumal sie niemals eifersüchtig werden und es einem auch nicht verübeln, wenn man sie zur Seite legt, wenn ein Freund oder eine Freundin das Zimmer betritt. In dieser Hinsicht sind sie noch treuer als Hunde oder Katzen. Lange Leseabende haben wir ja jetzt wieder genug. Aber ich will nicht verschweigen, dass es immer noch enorme Lichtexplosionen gibt, draussen, hervorgebracht von der Herbstsonne und einem sich sehr zurückhaltendem Wolkenballett. Morgen gleich noch einmal, sagt der Wetterfrosch, und: Spazieren gehen!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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