Die Sache hat mich nicht losgelassen. Eleganz gegen die eigene Hektik? Wenn in mir das erste Bild von Männern und Frauen, die ich für unsagbar elegant halte, auftaucht, stimmt zumindest eins: Sie sind niemals hektisch. Sie zögern auch nicht. Die Eleganz in ihrer Bewegung und ihrem Tun ist (so scheint mir das zumindest) geschmeidig. Sie stolpern nicht. Schlagen aber auch keinen Schnee: keine überflüssige Bewegung (schon gar nicht). Straight wäre vielleicht noch ein passendes Wort.- Eleganz in seiner früheren Konnotation hatte nichts mit Mode oder Geschmack oder Erscheinung zu tun, sondern mit Ausdruck. Die Klarheit in der Sprache ist gemeint, aber auch die Durchsichtigkeit eines mathematischen Beweises. Der französische Dichter und Philosoph Paul Valéry schrieb 1922: „(Eleganz) – das bedeutet Freiheit und Ökonomie ins Sichtbare übertragen – Ungezwungenheit, Leichtigkeit in – schwierige Angelegenheiten.“ Klarheit ist eine Antipodin der Hektik. Auch damit gehe ich d’accord. Ja. So weiß ich jetzt zumindest, warum mich Eleganz jedesmal derart aus den Socken haut: Es ist eine fantastische Begabung.
