Es wird wieder Nacht –

so kommt es mir jedenfalls immer vor, wenn im Oktober die Zeitumstellung ansteht. Noch früher dunkel als nötig – und überhaupt: wer hat den Winter noch mal erfunden? Doch dieses Mal will ich nicht gleich den Kopf in den Schnee stecken, sondern genauer hinschauen. Was hat es denn auf sich mit der Dunkelheit? Hebt sie, wie „mein“ japanischer Autor, den ich die Tage vorstellen will, tatsächlich das Licht hervor zu einem stillen Leuchten. Taucht sie die Welt in eine größere Tiefe und schenkt sie mit den Schatten neue, aufregende Mitbewohner?

In den letzten Tagen machten mir die Oktober-Nachmittage ein großes Vergnügen. Wenn es leise dämmert, ist es schön, am Schreibtisch zu sitzen, aus dem Fenster zu schauen und den letzten kräftigen Kaffee des Tages zu trinken. Mir wird es jedes Mal leicht ums Herz und dann denke ich, wie gut es ist, zu Hause zu sein. Die Dunkelheit irritiert mich dagegen noch. Da kann ich schon mal um Acht das Gefühl haben, es sei Mitternacht und umgekehrt. Zum Glück kommt erst noch der November, der mittlerweile zu einem meiner Lieblingsmonate avanciert ist – des Lichts wegen. Und dann muss ich wirklich ran. Lange und längere Wintertagen. Ich bin gespannt, was ich ihnen abgewinnen werde. Oder ob ich irgendwann doch wieder nur mit Augen zu und durch reagiere.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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