Nein, ich weiß nicht, wie der junge Mann lebt. Dass er Geige spielt, scheint mir ein gutes Zeichen. Er sah ganz entspannt aus, nicht so, als wenn ihm das Spiel unbehaglich wäre. Ein gutes Leben? Ich denke in den letzten Tagen wieder viel darüber nach, was ein gutes Leben ausmacht. Vor allem frage ich mich, wie ich eigene Unzulänglichkeiten akzeptieren kann, ohne sie zu pflegen. Entspannt zu sein ohne selbstgefällig zu werden, wäre eine andere Formulierung. So denke ich oft, ich muss es nehmen, wie es ist – oder kommt, dann denke ich wieder, es wäre besser, Dinge zu ändern oder Ziele zu setzen. Unvollkommenheiten auch in meinem (Arbeits-)Leben annehmen, oder an Verbesserung arbeiten? Die eigene Art zu Leben feiern oder eine andere Frau werden oder es zumindest zu wünschen? Über mich hinauswachsen? Oder das nutzen und pflegen, was in mir ist? Eigentlich ahne ich, was (für mich) stimmt. Dennoch überkommt mich manchmal Panik, ich könnte am Ende meines Lebens feststellen, alles verpennt zu haben. „Selbst auf dem höchsten Thron der Welt sitzen wir nur auf unserem Arsch“, schreibt Montaigne. Ja. Aber mir ist noch nicht klar, ob es doch einen Unterschied macht, wo man auf seinem Arsch sitzt, im stillen Kämmerlein, unter Freunden, unter freiem Himmel? Gelassen suchen? Sich umgucken? Ab und zu den Arsch hochheben? – So vielleicht…

papiertänzerin 15. September 2015
… ach, dein ambivalentes Klunkerchen spricht mir heute aus der Seele!
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Ruhrköpfe 15. September 2015
Spannende Fragen…
LG Annette
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Stephanie Jaeckel 15. September 2015
Hat denn da irgendwer einen bunten Strauss Antworten zur Hand?
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papiertänzerin 16. September 2015
… für mich gehört das alles zusammen (wie ein buntes Sträusschen!) Dieses Nebeneinander, Durcheinander, Widersprüche anzunehmen, den eigenen Hintern mal hier, mal da zu platzieren könnte vielleicht eine Antwort sein 😉
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