Wehmut

Noch einmal am alten Holztisch in der Küche Geburtstag feiern. Mit Pflaumenkuchen, Kartoffelsuppe, Wein und Käse. Lachen, sich freuen, kreuz und quer erzählen, zuhören, rauchen, nicht rauchen, sich wohlfühlen mit denen, die da sind. Einige Gäste versammeln sich so schon seit der Studienzeit. Nächstes Jahr wird der Tisch woanders stehen, der Mietvertrag läuft Ende des Jahres aus. Ich sehe glänzende Augen, höre spannende und lustige Geschichten, viel Wortwitz, hier und da Melancholie. Und ich sehe die grauen und weißen Haare, die sich in die Frisuren mischen. Es ist wie immer, wenn es hier schön ist. Aber auf einmal ist der Gedanke des „nicht mehr lange“ da. Natürlich wird es sich auch in anderen Küchen gemütlich feiern lassen. Wir werden uns alle noch und noch mal wieder sehen. Aber heute habe ich einen Abschiedsschmerz gespürt. Vielleicht ist es auch nur der langsam abkühlende Sommer.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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