Sommerhalluzinationen

Juli = Wenn es heiß wird und die Kanten schmelzen. Rechts verläuft der Tempelhofer Ex-Flughafen, oder besser: er verpuzzelt sich in Hundertwassermanier verpuzzelt und hängt – architekturuntypisch – auch noch in der Luft. Daneben ein pulsierender Baum, Lichtstrudel, ein Aliengesicht ohne Körper, viele unbekannte Objekte. Und das alles morgens um zehn, ohne irgendwas im Tee (oder im Kaffee) zu haben. Kurz denke ich, ob es so ist, wenn Alzheimer die Sicht verunklärt – ? Wo man noch Dinge erkennt, aber nicht mehr ihren Bezug zueinander, auch nicht der Ort, den sie bezeichnen. Ich denke auch daran, dass die Bilder, die entstehen, sobald ich die Augen schließe, ähnlich sind. Wie Lichtschlieren. Allerdings stets abstrakt. Um sich dann schnell in nicht geträumte Bilder oder Träume im Wachsein (keine Tagträume) zu verwandeln. Realität = Ein Leben ohne festen Boden, bei dem man auf solche Bilder gefasst sein sollte. Und wenn die Kunst es schafft, uns daran zu erinnern?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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