Wenn’s mir grün wird,

fällt als erstes die Zeit um. Es kribbelt in den Beinen und Ameisen üben Kopfstand auf den Spitzen meines Haars. Im Grün fliegen Flögel, kein Mensch hat sie je gesehen, wo sie landen weiß ich nicht, sie schneiden Muster in die Luft und zwitschern phrygisch nur. Bei grün ist die Luft beschwingt, der Blick wandert und verbandelt sich hier und dort mit dem gleißenden Gegenblick, nur Blitze zucken, vom Donnerwetter keine Spur. Wenn es mir grün wird, flattert mein Herz, schlägt Purzelbäume, um sich am Abend, wenn es blau wird, ins Schlafnest zu kuscheln.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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