Freundinnen

Wann ist es soweit, fragte ich mich heute, dass eine Frau, früher ein Mädchen, die/das ich gerne treffe oder traf, zur Freundin wird? Gibt es das, die „Freundschaft auf den ersten Blick“, oder entwickeln sich solche Bindungen eher langsam? Was zeichnet diese eine (und die anderen) aus, zu Freundinnen zu werden? Wie weit werde ich gehen, eine solche Freundschaft über Klippen zu bringen, durch Flauten oder Wüsten? Wann wurden einst Frauen Freundinnen? War das überhaupt vorgesehen? Männer – ja schon, die gemeinsame Abenteuer bestanden. Aber Frauen? Komplizinnen, Schwestern, Leidensgenossinnen – ? Ich erinnere mich, wie sehr ich die Frage (von Erwachsenen gestellt) hasste: „Ist das deine Freundin?“ Die Direktheit der Frage schien mir unverschämt, und überhaupt, was das denn jemanden angehe!? Freundin zu sein, das weiß ich aus dieser Zeit noch gut, ist eine große Ehre. Aber auch eine Bürde. Wenn Freundschaften brüchig werden. Oder Freundinnen auf (vermeintlichen) Abwegen wandern. Wie viel von meinen Freundinnen ist in mir – wie viel von mir in ihnen? Fragen, die beim Blick aus dem Fenster in einer düsteren Regennacht verschwimmen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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