Nein. Das ist keine Anleitung. Gerade nicht mehr als eine Beobachtung. Irgendwie auch kalter Kaffee. Aber ich muss mir dauernd kalten Kaffee aufwärmen, um etwas zu kapieren. Vielleicht auch ein gewisser Verdruss gegen die gerade wieder häufig artikulierte „Urlaubsreife“. Nichts gegen Urlaube und die Sehnsucht zu reisen. Aber eine ordentliche Müdigkeit kennt den Ortswechsel nicht. Sie will bleiben. Und die Augen schließen. Wie lange ich so liegen kann? Als Kind war mir langes Müdesein undenkbar. Mittlerweile ist es fast umgekehrt. „Vertane Zeit“ denke ich zuweilen. Denn es ist das pure Garnichts: Keine Musik, kein Buch, kein Sonnenbad. Keine nennenswerten Gedanken. Nicht mal ein euphorisches Aufwachen. Dennoch scheint etwas zu geschehen. Vielleicht lagert sich etwas ab. Vielleicht taut etwas auf oder es verdunstet etwas anderes. So wie in einer Landschaft, die lange ungestört unter Wind und Sonne liegt. Die große Müdigkeit, die ich seit ein paar Jahren erlebe, ängstigt mich. Aber mit der Dürre kommt auch etwas anderes. Den Frühling vor Augen – auch Hoffnung.
