Sich freuen!

Nicht, dass ich etwas gegen das Glück hätte. Nur ist es in letzter Zeit so groß geworden, groß vor allem im Anspruch, nun doch bitte im kleinsten Zipfel wahrgenommen, zum Ziel gekürt oder zumindest zum täglichen Mantra ernannt zu werden. Ich mag Fortuna, wie sie auf ihrem Ball, Einrad, Skateboard durch die Gegend rast, und sich so manches blaue Auge holt. „Glück gehabt!“ Wer das sagt, dessen Tag ist erst mal gerettet. Doch dem Glück zu frönen, wird schnell eine traurige Leidenschaft. Denn Glück lässt sich nicht jagen, erst recht nicht an die Leine legen. Freude dagegen ist immer zur Hand, denn sie entsteht, wie Gilles Deleuze in seinem immer wieder sehens- und hörenswerten „abécédaire“ darlegt, wenn ich etwas tue, was ich kann – wobei können natürlich nicht absolut, sondern immer persönlich zu verstehen ist: ohne jeden Abstrich. Das Maximum meines Vermögens zu erreichen, ist größte Lebensfreude. Ohne Risiko allerdings geht das nicht. Ein Vermögen auszuprobieren, führt auch an Grenzen. Dennoch, die Freude liegt, anders als das Glück, bei mir. Und Freude ist mehr als Selbstzufriedenheit: Sie ist Widerstand und sie ist Leben.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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