Nicht, dass ich etwas gegen das Glück hätte. Nur ist es in letzter Zeit so groß geworden, groß vor allem im Anspruch, nun doch bitte im kleinsten Zipfel wahrgenommen, zum Ziel gekürt oder zumindest zum täglichen Mantra ernannt zu werden. Ich mag Fortuna, wie sie auf ihrem Ball, Einrad, Skateboard durch die Gegend rast, und sich so manches blaue Auge holt. „Glück gehabt!“ Wer das sagt, dessen Tag ist erst mal gerettet. Doch dem Glück zu frönen, wird schnell eine traurige Leidenschaft. Denn Glück lässt sich nicht jagen, erst recht nicht an die Leine legen. Freude dagegen ist immer zur Hand, denn sie entsteht, wie Gilles Deleuze in seinem immer wieder sehens- und hörenswerten „abécédaire“ darlegt, wenn ich etwas tue, was ich kann – wobei können natürlich nicht absolut, sondern immer persönlich zu verstehen ist: ohne jeden Abstrich. Das Maximum meines Vermögens zu erreichen, ist größte Lebensfreude. Ohne Risiko allerdings geht das nicht. Ein Vermögen auszuprobieren, führt auch an Grenzen. Dennoch, die Freude liegt, anders als das Glück, bei mir. Und Freude ist mehr als Selbstzufriedenheit: Sie ist Widerstand und sie ist Leben.

papiertänzerin 16. Januar 2015
… danke dir für die diese Lesefreude!
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