Schlagwort: Alltag

Hausarbeit

ist im Gegensatz zu Hausaufgaben nie fertig. Wenn etwas bleibt, so meine Einsicht nach vielen Lebensjahren, dann der Spül. Wahlweise die Wäsche, der Kalk in der Dusche, der Staub (nicht nur unter dem Bett). Hausarbeit ist eine unterschätzte Dimension des Lebens. Obwohl sie ständig fällig ist, wird sie gerne ignoriert. Wer sieht sich in der […]

Schreibend die Welt erkunden

Meine Generation hat das Schreiben früh gelernt, selbstverständlich: Es gilt Schulpflicht in Deutschland. Einmal gelernt, und vor so langer Zeit, scheint es längst nichts Besonderes, höchstens wer sich die Schreibhand – sei sie nun links oder rechts – verletzt, merkt, wie mühsam diese vermeintliche Selbstverständlichkeit zu ersetzen ist. Vielleicht fällt einem in solchen Zeiten ein, […]

Kill your darlings…

Zu viel. Das ist die verblüffende Erkenntnis meiner heutigen Hausaufgabe. Ich hatte etwa eine Minute mit Sounds zu füllen, mit Knistern, Knallen, Rascheln, Klopfen, Klimpern, Geräuschen aus der Umwelt für’s Erste, die sich mit etwas Augenmaß, Tricks und glühenden Ohren zu Unerhörtem wandeln – Raumschiff Enterprise, meine zweite große kindliche Leidenschaft, lässt grüßen. Wie viel […]

Warum ich manchmal doch gerne vom Himmel falle…

Nein, das wird jetzt kein Bekenntnis zum Extremsport, es geht um eine Frage, die ich mir immer wieder stelle: Warum üben wir (also sagen wir mal, die meisten von uns) so ungern? Spielerisches Lernen als Kind mag ja noch angehen. Aber wenn es ernst wird – und es wird ernst – ist Üben eine Hausaufgabe, […]

Lebensübung

Ich erinnere mich genau an eine der ersten Französisch-Schulstunde in die 11. Klasse. Wir hatten Stendhals „Le Rouge et le Noir“ vor uns auf dem Pult liegen und plagten uns. Vor allem diejenigen, die wie ich erst in der 9. Klasse Französisch als neues Fach dazugewählt hatten. Ich meldete mich und brachte meinen Vorschlag vor, […]

Schreiben, Fortsetzung

Schreiben bedeutet unter den Zäunen herkriechen, über Bäche springen, Felder durchqueren, Umwege gehen, nachts nicht nach Hause kommen. Schreiben bedeutet, Löcher in den Manteltaschen zu haben, aus denen die schönsten Steine fallen, die große Liebe nur von Weitem zu sehen, von den Hunden gejagt – oder zumindest beargwöhnt zu werden. Schreiben ist ein dauerndes Unterwegssein. […]

Sich freuen!

Nicht, dass ich etwas gegen das Glück hätte. Nur ist es in letzter Zeit so groß geworden, groß vor allem im Anspruch, nun doch bitte im kleinsten Zipfel wahrgenommen, zum Ziel gekürt oder zumindest zum täglichen Mantra ernannt zu werden. Ich mag Fortuna, wie sie auf ihrem Ball, Einrad, Skateboard durch die Gegend rast, und […]

Bitte nicht stören!

Unterbrechungen sind die Ungeheuer des Alltags. Meist kommen sie ganz harmlos daher, eine Nachbarin klingelt, weil sie ein Ei braucht, die Freundin ruft an, um ein Treffen zu verschieben, der Postbote bringt ein Paket fürs Vorderhaus vorbei, das Steuerbüro braucht eine Kontonummer, die Sahne ist derweil im Kühlschrank ausgelaufen, und in einer halben Stunde ist […]

Fließende Wünsche

„Was wünschst Du Dir?“ ist eine häufig gestellte Frage vor Geburtstagen. Was wünsche ich mir? Oh, dass diese Frage überflüssig wäre: Wo sind die Menschen, die mir alle Wünsche von den Augen ablesen? Von wegen! Eigenen Wünschen auf die Spur zu kommen ist wesentlich komplexer als Wunschlisten zu schreiben. Obwohl die helfen – manchmal. Wünsche […]

Schreiben

Mit der Hand Linien ziehen. Wobei!? – Die Druckbuchstaben von heute ähneln eher Buchstabenprozessionen, mächtigen Zeichenkolonnen. Ursprünglich geritzt, gekratzt für die Ewigkeit, für das vergessliche Gedächtnis, für die Verwaltung, die Enkel für – was eigentlich? Wer professionell schreibt, arbeitet für ein Publikum oder für eine Zielgruppe, wenn es besonders schlimm kommt. Wer schreibt, schreibt vielleicht […]