Das sind keineswegs die Stationen einer Reise (obwohl ich heute die außerordentlich beeindruckenden Reisetagebücher Alexander von Humboldts angeschaut habe) – es sind die Orte, an denen Nikolaus von Myra, dessen Namenstag wir heute noch zum Anlass nehmen, uns gefüllte Stiefel, Schuhe, Strümpfe vor die Tür zu stellen, besonders verehrt wird. Wer richtig liest, müsste wissen, dass es mit Schokolädchen nicht getan ist. Goldkugeln, oder zumindest Goldbarren wären da die adäquatere Befüllung. Wer katholisch denkt, ahnt zumindest, dass es die Orte sind, auf die die Gebeine des Heiligen (im besseren Fall andere Erinnerungsstücke) verteilt sind.
Was Alexander von Humboldt angeht, war er bis jetzt die größte Überraschung des Tages. Dass er viele Sprachen sprach, wusste ich. Dass er sie auch relativ durcheinander schrieb in seinen privaten Aufzeichnungen, war mir neu. Aber dass er dabei – obwohl ich es hätte wissen müssen – zwischen der Sütterlin-Schrift für das Deutsche und einer – ich sage in Ermangelung der korrekten Bezeichnung mal – „normalen“ Schreibschrift für die übrigen Sprachen wechselte, das sind bei ihm v.a. Französisch, Spanisch und Latein, fand ich einfach sensationell. Es hatte zur Folge, dass ich die französischen Passagen – zum Teil und mit Mühe – lesen konnte (Humboldt hatte eine winzige Handschrift), bei den deutschen Absätzen jedoch passen musste. Wer hätte das jetzt schon wieder gedacht!
