geflitzte Linien

Dieser kleine schwarze Berliner hatte einfach den schnelleren Fuß und ist mir aus der Kamera gewutscht, wo ich ihn doch beim Linien ziehen aufnehmen wollte. Eine andere, sehr gerade Linie ist dagegen deutlich zu erkennen, eine die von einem Poller zum anderen führt, auf direktem Weg und damit den Geraden ähnelt, die wir von unseren ägyptischen Vorfahren geerbt haben: eine Art Grenzstreifen, die den Fußweg vom Gebüsch- und Baumbestand trennt. Selbst die Hunde halten sich weitgehend dran.

Für alle übrigen Berliner sei noch ein Termin vorgemerkt: Vom 4.-6. Dezember lohnt es sich, einen Weg zur Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße zu machen: hier sind an diesen drei Tagen die amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts zu sehen. Eine Neuerwerbung, die öffentlich gezeigt wird, bevor sie in den hausinternen Regalen oder Schutzräumen verschwindet. Achtung: am Donnerstag erst ab 14:00. Sicher keine geflitzten Linien, sondern hier und da hart erlaufende (im Anzug, versteht sich). Auf jeden Fall ein großer Schatz!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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