Kreuzende Gedanken

Sie waren gleichzeitig da, die Ideen, Bilder von Bäumen in Städten vorzustellen und die von „ersten Sätzen“, auf die mich meine Freundin Sieglinde gebracht hat, und die mich zu einer neuen Sammelleidenschaft führte, die längst weit über das erste Stück (s. Blogeintrag vom 22.09.) hinaus reicht. Und was passiert, wenn zwei Gedanken pfeilschnell und gleichzeitig auf eine Kreuzung zurasen? Sie verkeilen sich ineinander und sind so schnell nicht wieder voneinander zu trennen, auch verstopfen sie die Stelle, so dass andere Ideen erst mal weiter hinten im Stau stehen. Also gibt es heute beide: ein Bild von lebendem Holz in altehrwürdiger Innenstadt (Köln) und einen ersten Satz, schneidend wie der kalte Wind, der sich draußen zusammenbraut: „Die arge Spur, in der die Zeit von uns wegläuft.“ Aus: Christa Wolf, Kein Ort nirgends, 1982.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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