Manchmal gelange ich abends an einen Fluss. Es ist ein tropischer Fluss, der vor einem hohen Wald in der Dämmerung liegt. An einer einfachen Anlegestelle sind Boote vertäut. Boote ohne Ruder, in die man einsteigt und sich hinlegt. Wer es losmacht, habe ich noch nie gesehen. Ich bekomme einen kleinen Schubs und schon treibt das Boot mit mir über das Wasser. Ich weiß nie, an welchen Abenden ich den Fluss erreiche und an welchen nicht. Es taugt nicht, am Tag darüber nachzudenken. Es taugt überhaupt nicht, sich den Abend im Boot zu wünschen.
Eine tropische Nacht ist niemals still. Beim ersten Mal hatte ich Angst, in der fremden Dunkelheit unterwegs zu sein. Jedes Boot hat eine Laterne. Sie lockt Gäste. Lebende oder Tote, die sich zu dir setzen (Gäste legen sich nie hin) zum Zwiegespräch in der Nacht. Auch sie lassen sich nicht herbeiwünschen. Viele Nächte fuhr ich alleine, bis ich dachte, zu mir würde nie jemand kommen. Manchmal sind zu viele Leute am Fluss. Dann kommt es vor, dass kein Boot mehr frei ist. Solche Nächte verbringe ich am Ufer mit den anderen Wartenden im leisen Gespräch.

Gertrud Schneider 25. September 2014
Madame, das ….
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Gertrud Schneider 25. September 2014
Also so reisest du, wenn dir das Geld fehlt, um nach Schnottwil zu reisen.
Schnottwil würde natürlich nie wagen eifersüchtig zu sein auf diese nächtlichen Bootsfahrten. Im Gegenteil: wir sind ja L e s e r!
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Gertrud Schneider 25. September 2014
Das Bild! Das Bild!
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