Als ich neulich mit der Bahn unterwegs war, fiel mir beim Blick aus dem Fenster wieder ein, warum ich als Kind – und auch als junge Frau – Deutschland für so langweilig hielt. Ich weiß es mittlerweile besser, denn es gibt erstens wildere Gegenden als diese hier, und auch die langweiligen Gegenden weiß ich auf eine gewisse Weise zu schätzen. Allerdings gebe ich gerne zu: Als ich in diesem Moment aus dem Zugfenster schaute, hätte ich doch um Längen lieber den Pazifik gesehen…
So gesehen
auf einer Hauswand in Tübingen. Könnte auch von Hölderlin stammen… (obwohl der natürlich noch keine Hamster im Käfig kannte, sondern nur die freien auf dem Feld).
Die Wahl haben
So viele Vorfahren haben dafür gekämpft. Und auch wenn es am Ende fast immer nur Kompromisse sind. Wer sich augenblicklich auf der Welt umschaut, weiß, es ist keine Bürger*innenpflicht, es ist ein Privileg.
Umsonst und draußen
und so viel Schönheit…
Ein Hotel in der deutschen Provinz
Und wer findet die Steckdose?
Sich nicht im Können verschwenden,
sondern neugierig bleiben. Gilt für die so genannten „Kreativen“, aber – beim genaueren Hinschauen – für alle anderen auch.
Geduld
gehört zu den Fähigkeiten, die ich in einer nur sehr kleinen Portion mitbekommen habe. Wenn ich eine Lösung vor mir sehe, muss sie JETZT umgesetzt werden.
Umgekehrt: Ohne Geduld kommt man nicht weit. Alles abbrechen, was nicht bei Drei erledigt ist? Und wenn man in einer Sackgasse landet, flennen und Rückwärtsgang einschalten? Keine erfolgsversprechende Aussicht.
Also beiße ich mir einmal mehr die Zähne an Geduld aus. Wobei: Schon das Bild sagt es: Geduld ist besser zu lutschen als zu kauen. Jedenfalls wenn eine die Zähne behalten will.
reminder
So gesehen auf (ja) dem Berliner Bahnhof Südkreuz. Für meinen Geschmack noch ein bisschen versteckt. Würden wir öfter dran denken, hach, das könnte fast wie Urlaub im Alltag werden. Dreimal weniger Streit. Mindestens. Einen herzlichen Dank an den Himmel – der den perfekten Hintergrund gezaubert hat.
Wie schreibt man jemandem,
der nicht gestört werden will?… Vielleicht mit fast durchsichtiger Tinte – damit die Buchstaben nicht so laut aufs Papier knallen?
Fast durchsichtig? Das kann doch kein Mensch lesen – das ist viel zu umständlich …
Lesen ist immer umständlich. Zumindest was die Zeit angeht, die zu verwenden ist. Es müsste einen Buchstabenduft geben. Oder einen knackigen Wort-Salat. Als Snack zwischendurch oder als feines Aroma, das die Nase kitzelt und die Sinne weckt.
„All mein Gedanken…“
Verblüfft stelle ich fest, dass gerade die Liebe mir mein Alleinsein auf der Welt besonders deutlich macht. Denn wenn „Du“ mein Innigstes bist auf dieser Welt, bleibst du eben doch mein Gegenüber, immer wieder der andere, auf den ich zwar setze, aber – eben.
Insofern dreht sich mir gerade die Richtung. Bislang dachte ich, man könne den Liebsten sozusagen in Liebe baden, ihn darin einbetten, ihm im Überfluss davon abgeben. Vielleicht ist es aber auch so, dass ich die Liebe in mir hüte. Wie ein Feuer, an das er kommen kann. Und natürlich auch umgekehrt. Dass es ein gegenseitiges Tun ist, keineswegs ein gemeinsames Projekt. Sondern ein immer erneuertes Versprechen, von dem eben auch schon alte Liebeslieder erzählen: „…von dir will ich nicht wenken“.







