Im Hamsterrad unseres Lebens sind wir häufig erschöpft und enttäuscht: So viel wäre zu tun, aber so schnell ist die Zeit schon wieder um! Ein Tag hat 24 Stunden, und was morgens noch als machbar erscheint, ist an vielen Abenden sang und klanglos untergegangen, manchmal auch mit Radau ins Feld stundenlanger Möglichkeiten gestürzt. Kein Wunder, dass wir nach Lösungen suchen. Wäre doch gelacht, wenn Mensch da keine Antwort hätte. Arbeits- und Ruhephasen werden analysiert, in eine gute (weil machbare) Reihenfolge gepackt und als täglicher Rhythmus verschrieben. Denn so viel scheint klar: Menschen brauchen Abwechslung. Stundenlanges Einerlei zerschießt die Konzentration, Mangel an Bewegung schwächt unsere Körper. So gut und praktikabel das klingt, mein Misstrauen reibt sich eben genau an jener Praktikabilität, so sehr ich verstehe, dass die Suche nach besserer Zeitstruktur genau dort hinführt.
Ich bin auf der Suche nach Zeit. Und vielleicht ist es ein erster Schritt, sich die „verlorene“ einmal genauer anzuschauen. Denn wie wir es drehen und wenden, Zeit verschwindet immer, selbst wenn es schön war oder wir etwas zu unserer (und möglicherweise auch anderer) Zufriedenheit gemeistert haben. Zeit gibt es in Massen, nur unser Anteil daran ist beschränkt. Und unsere Hierarchisierung von Tätigkeiten führt dazu, Unmut und Ratlosigkeit zu erzeugen. Schauen wir einfach mal.









