Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Mittelalterliche Dinosaurier.

Von wegen Fabelwesen. Natürlich konnten sie damals Zeit noch nicht in den Dimensionen denken, mit denen Wissenschaftler heute hantieren. Im Mittelalter gab es die Ewigkeit und die Welt, die – je nach Rechnung – ein paar Tausend Jahre alt war. Dazwischen passte nicht eine Pergamenthaut. Knochenfunde prähistorischer Tiere, die bereits in der Antike gemacht wurden, […]

Zeitschleuder

Ich schwöre, in Berlin ist noch der 3. Januar. Und: in ein paar Tagen habe ich Geburtstag. Die Zeit wird also auch mich bald noch ganz anders in die Mangel nehmen. Wie sagten die beiden alten Hasen nochmal? Allez hopp!

Glückskekse?

Nein, liebes Krümelmonster, Glückskekse schaufelt man sich nicht ins aufgerissene Monstermaul. Man verzehrt sie einzeln, und: Vorsicht! Sie enthalten kleine Zettelchen, auf denen Botschaften notiert sind. Solche, die zum Glück verhelfen, wenn man sich daran hält – und wenn man überhaupt daran glaubt (ans Glück). Zu Jahresanfang haben sie Konjunktur. Mein Glückskeks für dieses Jahr […]

Guten Morgen, neues Jahr!

Wer als guten Vorsatz fürs Jahr Tagebuchschreiben notiert hat und jetzt schon Magengrimmen spürt, ob der Aufgabe, dem sei (allen anderen zum puren Vergnügen) eine Tagebuchseite von Sophie Mereau-Brentano vor Augen gestellt, auf der sie den Januar 1799 notiert. Die ersten drei, vier Einträge schienen mir wie trocken Brot, aber dann nimmt der Text in seiner […]

In alle vier Himmelsrichtungen…

„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man aber vorwärts“, schrieb Sören Kierkegaard im Laufe seines kurzen Lebens. Was übrigens auch für Träume gilt: Traumanalysen fallen uns deshalb so schwer, weil wir unsere nächtlichen Filme von hinten nach vorne aufrollen, nacherzählen müssen. Wem eine entscheidende Pointe, ein Richtungswechsel entgeht, verliert den Faden und […]

Nanu!?

So ein Tag zwischen den Jahren: Da sitzt ein Bär im Schnee auf einem Herd vor dem Eingang zu meinem Büro. Hallo? Und wenn man ihn fragt: Nix. Keine Antwort. Immerhin lächelt er. Es scheint ihm also gut zu gehen. Halt nur ein bisschen verpeilt. Wie fast alle Leute, denen ich heute begegnet bin. Mit […]

Viel Geld, wenig Zeit

scheint eine Konstante in menschlichen Gemeinschaften zu sein. Die Idee zum Beispiel, dass alte Adlige viel Geld und viel Zeit gehabt hätten, gilt als widerlegt: sie haben hart gearbeitet, was bei ihnen mit hart feiern zusammenfiel (im Gegensatz zu heute). Wer eine tolle Wohnung hat – oder gleich mehrere – kommt oft nicht in den […]

Ein- und Ausgänge

Zum Jahresende wünsche ich mir einen Januskopf. Denn schon wieder lockt hier der Rückblick, da aber auch schon ein Blick in die Zukunft und auf neue Horizonte. Beides ist reizvoll, aber nur durch wildes Hinundherwerfen des einen Kopfes möglich (Kopfschmerzen inklusive). Janus ist ein vergessener Gott. Ohne griechische Wurzeln galt er den Römern als Hüter […]

Crashtest

Dass sich Musik großer Komponist/innen im Konzertsaal bewährt, ist eine Binse. Dass sie sich vor allem im Musikunterricht unter den noch ungelenken Fingern von Anfängerinnen und Anfängern entfaltet, ein „anderer Klunker“ von Tomas Bächli: Es gibt einen Crashtest für Musik, und dieser findet im Unterricht statt. Da, wo jede Note hart erkämpft werden muss , […]