Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Warum sind wir eigentlich befreundet?

Die Unendlichkeit zu durchmessen – das hätte ich als kleines Mädchen sicher nicht sagen können. Aber die Idee, „mit Dir gehe ich egal wohin“ kannte ich schon. Gesten machen uns zu Freunden, vermutet Deleuze, wir senden Zeichen aus und wer die Zeichen liest, wird unser Freund (und umgekehrt) – auch wenn er/sie nicht unbedingt gleicher […]

Fließende Wünsche

„Was wünschst Du Dir?“ ist eine häufig gestellte Frage vor Geburtstagen. Was wünsche ich mir? Oh, dass diese Frage überflüssig wäre: Wo sind die Menschen, die mir alle Wünsche von den Augen ablesen? Von wegen! Eigenen Wünschen auf die Spur zu kommen ist wesentlich komplexer als Wunschlisten zu schreiben. Obwohl die helfen – manchmal. Wünsche […]

Hoffnung

Siegfried Lenz schreibt: „Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.“ Ich denke: Hoffnung, keine Angst!

Schreiben

Mit der Hand Linien ziehen. Wobei!? – Die Druckbuchstaben von heute ähneln eher Buchstabenprozessionen, mächtigen Zeichenkolonnen. Ursprünglich geritzt, gekratzt für die Ewigkeit, für das vergessliche Gedächtnis, für die Verwaltung, die Enkel für – was eigentlich? Wer professionell schreibt, arbeitet für ein Publikum oder für eine Zielgruppe, wenn es besonders schlimm kommt. Wer schreibt, schreibt vielleicht […]

Neustart

Selten genug, diese Momente des Neuanfangs, wenn man erst mal erwachsen und auch schon etwas alt geworden ist. Von Null anfangen? Etwas ganz Neues ausprobieren? Das ist schließlich etwas anderes, als in unerwarteten Situationen zu improvisieren. Tatsächlich habe ich lange gezögert. Fast (kaum dass ich es aufschreiben mag) 20 Jahre. Weil ich mich für unbegabt, […]

Mittelalterliche Dinosaurier.

Von wegen Fabelwesen. Natürlich konnten sie damals Zeit noch nicht in den Dimensionen denken, mit denen Wissenschaftler heute hantieren. Im Mittelalter gab es die Ewigkeit und die Welt, die – je nach Rechnung – ein paar Tausend Jahre alt war. Dazwischen passte nicht eine Pergamenthaut. Knochenfunde prähistorischer Tiere, die bereits in der Antike gemacht wurden, […]

Zeitschleuder

Ich schwöre, in Berlin ist noch der 3. Januar. Und: in ein paar Tagen habe ich Geburtstag. Die Zeit wird also auch mich bald noch ganz anders in die Mangel nehmen. Wie sagten die beiden alten Hasen nochmal? Allez hopp!

Glückskekse?

Nein, liebes Krümelmonster, Glückskekse schaufelt man sich nicht ins aufgerissene Monstermaul. Man verzehrt sie einzeln, und: Vorsicht! Sie enthalten kleine Zettelchen, auf denen Botschaften notiert sind. Solche, die zum Glück verhelfen, wenn man sich daran hält – und wenn man überhaupt daran glaubt (ans Glück). Zu Jahresanfang haben sie Konjunktur. Mein Glückskeks für dieses Jahr […]