Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Mein neuer Bürokollege

kommt aus Spanien. Rapido/Pido, auch liebevoll „Dickerchen“ genannt, ist für die Arena ausgebildet und lernt gerade die Büroarbeit lieben. Wahrscheinlich war er einfach zu verspielt, um Runde um Runde einem falschen Hasen hinterher zu laufen. Er wurde aussortiert und hatte Glück, dabei nicht gleich an den nächsten Baum gehängt zu werden oder sämtliche Knochen gebrochen […]

Selbstbestimmung

Was mich in der Debatte um die Sterbehilfe zunehmend irritiert – oder nein: meine Irritation nimmt langsam Konturen an. Wo vorher nur ein Unbehagen war, entstand die Frage, warum die Selbstbestimmung beim Sterben so hoch angesetzt und v.a. so selbstverständlich gesetzt wird. Natürlich geht es mir nicht darum, Sterbende allein zu lassen. Wer nicht mehr […]

Oh, Mond!

Wie das wohl war als der erste Mensch/Neanderthaler, Mann oder Frau, auf den Himmel wies, um einem Gegenüber den vollen Mond zu zeigen? Und was die beiden dann mutmaßten? Der Mond seinerseits hat schon viel gesehen. Und wie beruhigend, dachte ich.

Brett vor dem Kopf

Manchmal bräuchte ich eins. So ein ordentliches dickes Brett auf Augenhöhe, keineswegs – wie wohl ursprünglich verwendet, auf der Stirn, ich bin schließlich kein Ochse und ein Joch wünsche ich mir auch gar nicht. Aber einen Sichtschutz. Denn von meinen Sinnen sind die Augen die schnellsten. Kaum haben sie was gesehen, drehen sie den restlichen […]

Koffer packen

Wenn es ernst wird, das heißt, im „wirklichen Leben“ bin ich keine begeisterte Kofferpackerin. Im Gegenteil: ich misstraue jedem Koffer (auch den eigenen), denn fast immer sind sie innen zu klein und außen zu sperrig, und dazu noch weitestgehend unauffällig, so dass sie gerne ein paar Runden auf dem Gepäckband drehen, ohne von mir bemerkt […]

Hello and good bye!

Jetzt ist es also soweit, der letzte Band von Armistead Maupins „Stadtgeschichten“ steht zur Ausleihe im Regal meiner Lieblingsbibliothek bereit. Zeit zur Melancholie bleibt kaum, denn wie jedes von Maupins Büchern zieht auch „The Days of Anna Madrigal“ an und los. Kaum habe ich die erste Seite aufgeschlagen, bin ich wieder in San Francisco, diesmal […]

Kein Happy End

Die Idee hat mich sofort begeistert, die Sache lag wohl auch nah, denn zuerst gab es eine Fernsehsendung in dem sympathischen Format eines Dialogs. Die Sendung und später auch das Buch heißen „Die großen Denker“, und die beiden Gesprächspartner sind Harald Lesch, Professor für Theoretische Astrophysik, und Wilhelm Vossenkuhl, emeritierter Ordinarius für Philosophie. Ein Buch über die europäische Philosophiegeschichte als […]

Damit wir beim Lesen auch wieder mal was zu Lachen kriegen…

Wolfram Schütte hat im „Perlentaucher“ mit seinem Plädoyer für eine digitale Literaturzeitschrift eine Debatte eröffnet, die Sieglinde Geisel auf ihrem Blog weiterführt: http://www.sieglindegeisel.ch/2015/06/25/eine-digitale-literaturzeitschrift-unbedingt/. Denn vielleicht ist der König längst tot, lebt aber auch schon wieder. Und wenn Kritik in einem anderen Medium mit anderen Autor/innen wieder frisch wird, engagiert und selbst zum Lesestoff, bekommen wir sogar […]

Mit-Teilen

Texte sind Botschaften. Manchmal über die Zeiten hinweg unlesbar geworden, manchmal schon den Zeitgenossen unverständlich. Texte wollen aber stets eins: Etwas Mitteilen. Und wenn es Autor/innentexte sind, kann sich dieses Mitteilen aus dem Wunsch speisen, mit den Leser/innen etwas zu teilen. Denn wer Erfahrungen aufschreibt, macht sie für andere nacherlebbar. Oder zumindest zu Zeichen, eigenes […]

Heavenly Blue…

Jetzt zwitschern es schon die Putten von den Dächern: Es wird Sommer! Spätestens ab morgen. Mit Wolken zwar, aber auch mit deutlich höheren Temperaturen. Ehrlich gesagt, ich freu‘ mich drauf!