Wenn ich sehr erschöpft bin, weit und breit aber kein Urlaub in Sicht ist, ziehe ich die Bremse. Das ist gar nicht so einfach, weil mein Kopf denkt: „Wenn ich nur schnell genug hier durch bin, ist alles schon wieder vorbei.“ Aber rasen funktioniert nicht. Funktioniert nie. Ich muss stehen bleiben. Und dann am Besten […]
Autor: Stephanie Jaeckel
Grüße von meiner Fensterbank
Vive la France!
Eine Frage
mit der ich mich heute morgen überrascht habe: Wann schaust Du Dir eigentlich Kunst an? Ich meine, klar, Bilder – mein Schreibtisch liegt oft voll damit. Wenn ich im Museum jobbe, wenn ich Rezensionen schreibe, jaja, Kunst, Kunst, Kunst. Aber wenn ich ehrlich bin, verbringe ich in meiner Freizeit mehr Stunden damit, Bücher zu lesen, […]
Die Schönheit der Natur
heute wollte ich eigentlich nur diese eine Schicht eines Wespennestes posten, das der Kammerjäger am Montag abgenommen hat. Samt toter Wespe. Menschen halt. Aber ich sehe schon ein, dass mein Nachbar sich nicht wohl fühlte mit der direkten Nachbarschaft am Küchenfenster. Denn Wespen sind ja nach der Brut nicht weg, wie meine Amseln, die jetzt […]
Schmutzige Hände?
Grundsätzlich schreibe ich nicht aus meinem Arbeitsalltag. Jedenfalls nichts aus den unerfreulichen Zonen des Berufslebens, die sicher alle von uns kennen. Hellhörig geworden bin ich jedoch bei einem Satz, und darüber möchte ich berichten. Nicht um Steine loszutreten. Sondern weil es meiner Erfahrung nach um ein grundsätzliches Problem geht. Aber der Reihe nach: Im Dresdner […]
Eier legen!
Doch, also DIESE Amseln sind in diesem Sommer mein Vorbild. Gerade hat eine Elster ihre erste Brut regelrecht weggemetzelt, und schon sind die beiden wieder am Start. Wobei übrigens ganz klar ist, dass die Amsel-Mama deutlich mutiger ist als der Papa. Denn die beiden haben sich einen Blumentopf auf meiner Fensterbank für ihr neues Nest […]
Der doppelte Warhol
„Drella“ sollte die Ausstellung ursprünglich heißen, die heute in der Berliner Neuen Nationalgalerie eröffnet. Drella war der Spitzname Warhols unter Factory-Kolleg*innen, eine Mischung aus Dracula und Cinderella: die beiden Seiten des Tag und Nacht arbeitenden Superstars, die dunkle und die helle, darin sehr viel Schein und noch mehr Scham. Andy Warhol war zu einer Zeit […]
Bilder sehen
Ja, doch: Bilder sehe ich mir jeden Tag an. Wer kunsthistorisch arbeitet, kann fast gar nicht anders. Doch mit den eigenen Bildern hapert es. Ich sehe wenig, wenn ich die Augen schließe. Farben, Muster, die schon, doch Fantasiereisen oder Visualisierungen gelingen mir eher schlecht. Die meisten Träume der Nacht vergesse ich noch beim Aufschlagen der […]
Kälte (Nachtrag)
Wer ein wirklich kaltes Buch lesen will, sollte zu Jenny Erpenbecks „Wörterbuch“ greifen. Auch hier wird eine Quelle der Erstarrung nicht nur beschrieben, sondern regelrecht seziert: die Traumatisierung. Und was den Text wirklich fantastisch macht, gleichzeitig aber auch schwierig zu lesen: er erklärt nicht, er versucht nicht, unser Verständnis zu bekommen, er bleibt kalt.









