Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Leselust

Das habe ich schon mal gemacht, und fand es schon mal eine gute Idee: Ein Heft, das alle Bücher, die auf die Longlist des Deutschen Buchpreises gekommen sind, mit drei, vier Seiten samt Autor_innen vorstellt. Gefunden habe ich es in der Städtischen Bilbliothek, DER Bibliothek, wenn ihr mich fragt, der AGB in Kreuzberg. Und ja, […]

Träumen

Eindrückliche Träume sind entweder die ganz rätselhaften oder die, die eine Wunscherfüllung oder eine Art Lösung liefern. Heute Nacht gab es eine Überraschung für mich. Keine Lösung, dafür ist es zu spät, aber vielleicht ein Happy End, wenn auch ein eben „nur“ geträumtes: In diesem Traum nämlich betrachte ich mit meinem Vater ein Bild. Zu […]

In die Köpfen anderer

kann ich nicht hinein sehen. Meist ist das auch besser so. Wer tausend eigene Gedanke pro Minute verarbeiten muss, möchte sicher nicht noch mal tausend an die Backe geklatscht kriegen. Aber dann wäre es manchmal doch so hilfreich… Mit großen Gehirnen ausgestattet, dreht bei uns fast jede Handlung vom Impuls bis zur Ausführung noch eine […]

Abschied

Mit diesem spektakulären Sonnenuntergang hat sich der Sommer aus Berlin verabschiedet. Ich bin, wie jedes Jahr, melancholisch.

Verpasst

Das ist vielleicht der traurigste Moment beim Wegräumen eines vergangenen Lebens, wenn man Dinge findet, die man nie gesehen hat, von denen man nichts wusste, und über die man niemanden mehr fragen kann. Der kleine Elefant gehört dazu. Mein Vater hat ihn 1990 gemacht. Da war ich seit einem Jahr in Berlin. Zwischen uns herrschte […]

Wegweiser

Immer wieder lese ich, wie wichtig Vorbilder im Leben sind. Und immer wieder lautete mein Befund: ich hatte kaum welche. Und plötzlich taucht einer auf. Im Juni habe ich bei einer Ausstellungseröffnung Kaspar König gesehen. Ein stattlicher alter Herr, immer noch schön, immer noch jemand, der im Gewusel auffällt. Wer aus Köln kommt, kennt den […]

Alleine verreisen

Eigentlich wollte ich wissen, ob ich jetzt Angst bekomme, weil ich im Dezember alleine ans Meer fahre oder ob ich im Gegenteil eher gespannt bin, weil es ein Abenteuer sein könnte und kein Beweis für irgendwelche sozialen Defizite. Aber jetzt spinnt hier alles. Und ich will nur mal schauen, ob ich meine Klunker noch für […]

Ein neues Leben beginnen

Wer von einem neuen Leben träumt, mag sich nach einem Kurswechsel, einem Umzug oder einer sonstigen Neuausrichtung sehnen. Ich gebe zu, auch schon an radikale Entscheidungen gedacht zu haben. Zum Beispiel an den Umzug in eine andere Stadt, wenn möglich ins Ausland, um noch einmal von vorne zu beginnen. Und alle möglichen Entscheidungen bewusst und […]

Unten anfangen

Wenn ich sehr erschöpft bin, weit und breit aber kein Urlaub in Sicht ist, ziehe ich die Bremse. Das ist gar nicht so einfach, weil mein Kopf denkt: „Wenn ich nur schnell genug hier durch bin, ist alles schon wieder vorbei.“ Aber rasen funktioniert nicht. Funktioniert nie. Ich muss stehen bleiben. Und dann am Besten […]