Was tun, wenn ein gut gesteckter Plan vor den eigenen Augen (und gerne auch in Zeitlupe) zusammen bricht? Meine erste Reaktion sind Panik gefolgt von Lamento: Ja, die Welt ist wirklich ungerecht! Und dann bleibt ein Gefühl von Frustration und ein noch größeres von Selbstmitleid.
Neulich hatte ich zum ersten Mal eine andere Perspektive: Wie wäre es, wenn ich das ausbalanciere. Indem ich andere Dinge nach vorne ziehe, und das kollabierte Projekt aus dem Fokus nehme?
Ich spreche hier natürlich nicht von einem brennenden Haus. Da wäre dieses Praxis fatal. Ich denke konkret an nicht eingehaltene Termine, die einen Stau auf dem Schreibtisch verursachen und einen voraussehbaren Engpass. Was also, wenn ich das Projekt für den Augenblick aus dem Betrieb nehme, und schaue, was auf dem Schreibtisch sonst noch rumliegt?
Haha! Klingt einfach und sooooo naheliegend. Aber Terminabgaben sind immer dringend und damit drängend. Da liegt Panik schnell in der Luft: Wie soll ich das bloß schaffen!? Und während ich in Schockstarre bin, macht meine Zeit, was sie immer tut: weiterlaufen…
Also probiere ich jetzt mal die neue Strategie: „einfach“ das nächste Projekt greifen und: keine Panik. Ob das gelingt, werde ich spätestens in zwei Wochen sehen.
Die Aquarellzeichnung ist von Gertrud Lange, einer Berliner Künstlerin, die unter schweren Psychosen leidet und dennoch immer wieder die Kraft findet, künstlerisch zu arbeiten.

LP 16. Mai 2025
Eine interessante Strategie, die allerdings verlangt, verdammt gut den Überblick zu behalten. Ansonsten kann man sich mit zu vielen Projekten gleichzeitig schnell verzetteln. Und es wird auch für mich unangenehm, wenn zu viele Projekte gleichzeitig bearbeitet werden müssen und es gefühlt nirgendwo wirklich weiter geht und was fertig wird.
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Stephanie Jaeckel 17. Mai 2025
Das – ja, das ist schwierig, aber Teil meines Arbeitsalltags als Freiberuflerin. Gut, dass Du mir das so spiegelst, weil ich mich wirklich auch damit abmühe. Das ist wie Berge versetzen ohne dass ein Schwein guckt 😉 Dennoch halte ich die Strategie für die bessere als ärgern oder sich an Dingen festbeißen, die gerade nicht weiter gehen. Zur Not ein Eis essen. Aber nicht lamentieren….
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Verwandlerin 19. Mai 2025
Ja, liebe Stephanie, ich konnte bei mir auch schon beobachten, dass ein Perspektivenwechsel oft hilfreich ist. Die Panik kenne ich aber leider auch allzu gut …
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