Angesichts der vielen Krisen, in die wir Menschen uns und andere gebracht haben, heißt es erst einmal Luft holen. Zumindest, wenn ich aus meinem eigenen kleinen Alltag eine probate Krisenintervention vorschlagen könnte. Was ist an unserem Handeln auf der Welt so gefährlich? Woher speist sich dieses Handeln? Könnte es sein, dass wir falschen Prämissen aufgesessen sind?
Es scheint so. Denn Zerstören ist nicht das, was guten Umgang mit etwas anzeigt. Wir haben uns offensichtlich in einigen wichtigen Punkten geirrt. Das einzugestehen ist heikel. Weil es fünf vor Zwölf ist und wir vielleicht denken, „ach, wir haben es eh verkackt, weg damit“.
Ich bin ja bekennende Trekkie, und es gibt einen wichtigen Satz aus Star Trek, den ich mir sogar an die Wand getackert habe: „What, if we are wrong?“
Wie schon im vorhergehenden Post beschäftigt mich zum Beispiel die Frage der Abgrenzung, die wir Menschen angesichts unserer Umgebung betreiben. Wir sind Menschen, der Rest ist Umgebung. Und wir machen damit weitgehend das, was wir wollen. Wie sähe die Welt aus, wenn sie viele wäre, oder zumindest multiperspektivisch. Wenn andere Spezies mit anderen „Augen“, also anderen Formen der Wahrnehmung, ganz andere Blickwinkel hätten und uns diese anderen Perspektiven etwas sehr anderes als unsere menschengemachte Sicht böten. Und wenn es nur die Annulierung dieser unsäglichen Hierarchie von Lebewesen wäre, die in eine Skala von höher und niedriger gepresst wurden, nur weil wir Hände und Füße haben und das als Krone der Schöpfung begreifen.
Das ist alles noch sehr neu für mich und enorm abstrakt. Was mich konkret begleitet ist die einfache Frage: Welche Konsequenzen kann ich daraus in meinem Alltag ziehen? Was wäre denn eine Veränderung, wenn ich mich (und uns) nicht mehr im Zentrum des Universums sehe, sondern darin einfüge. Wenn ich eine andere Gemeinschaft denke als nur die mit meiner eigenen Spezies? Sicher gibt es da schon viele – vermutlich spirituelle – Antworten. Und vielleicht bringen sie mich weiter. Aber ich möchte hier einen ersten Schritt von mir aus gehen. Auch, wenn er mir erst nur in Gedanken glückt.

frauhemingistunterwegs 4. März 2025
Die Serie enthält ja viele Weisheiten. Unter anderem die Ferengi-Erwerbsregeln:
Frieden ist gut für das Geschäft.
Krieg ist gut für das Geschäft.
LikeGefällt 1 Person
Stephanie Jaeckel 5. März 2025
Ja, das können wir aktuell ja beobachten. Ob das alles getarnte Ferengis sind?
LikeGefällt 1 Person
Ruhrköpfe 4. März 2025
Hallo Stephanie. Wirst du uns an deinen Gedanken zu diesem Thema weiter teilhaben lassen? Ich finde es sehr spannend und inspirierend. Dank dafür und liebe Grüße, Annette
LikeGefällt 1 Person
Stephanie Jaeckel 5. März 2025
Liebe Annette, ja, ich hoffe, dass es ein „weiter“ gibt, denn im Moment stehe ich wie der Ochs vorm Berg und weiß nicht richtig wo es lang gehen könnte. Aber klar, die „Klunker“ sind ja so eine Art Tagebuch, wenn auch kein privates, in dem ich oft auf Fragen zurück komme, die mich beschäftigen. Danke für Deine so positive Rückmeldung!
LikeLike
erandbrokans 4. März 2025
Wieder sehr interessante Gedanken. Seit ich mich mehr mit meiner nicht-menschlichen Umgebung beschäftige und versuche mich in deren Umwelt einzufühlen – soweit es mein menschenHirn zulässt – sehe ich vieles aus einem etwas anderen Blickwinkel. Allerdings führt das Eintreten für nichtmenschlichen Wesen machmal zu unnötigen Problemen mit den Schöpfungskronen für die es vermutlich eher später als fünf-vor-zwölf ist.
Liebe Grüsse
eab
LikeLike
Stephanie Jaeckel 5. März 2025
Ja, Du beschreibst gut dieses Dilemma: Wir sind Menschen, deshalb denken wir auch wie welche. Das ist ja per se auch nicht falsch. Aber eben mächtig zu kurz gedacht. Manchmal überlege ich, die Intuition stärker in Betracht zu ziehen. Als nicht-intellektuelle Reaktion auf etwas. Doch das ist gar nicht einfach, weil ich es mir angewöhnt habe, Dinge zu reflektieren, das heißt v.a. in Worte zu fassen. Gestern hatte ich eine Art Aura, ein sehr schönes optisches Ereignis. Ich versuche auch hier, das als ernstzunehmendes Ereignis zu erinnern, nicht nur als Ausdruck meiner Migräne. Vielleicht bewegt sich so etwas.
LikeGefällt 1 Person
erandbrokans 5. März 2025
Es bewegt sich doch immer irgendwas. Ob mit oder ohne unserem Zutun. Das reflektieren versuche ich oft durch „Achselzucken“ zu ersetzen. Klappt aber nicht immer.
LikeLike
Verwandlerin 10. März 2025
Vielen Dank für deine Gedankenanregung, Stephanie!
LikeLike
Stephanie Jaeckel 10. März 2025
Sehr gerne. Beschäftigt mich ja auch die ganze Zeit…
LikeLike