Die Hand ins Feuer legen

Jahrelang habe ich mit größter Überzeugung davon gesprochen, garantiert nie irgendwo hin zu reisen, wo ich nicht hingehöre. Die Idee, fremde Länder zu besuchen, ist in meinem Abenteurerinnenherz groß, Alexander von Humboldt nicht umsonst mein Idol. Aber ich lebe im 21. Jahrhundert und ich habe verstanden, dass die Welt immer kleiner und immer bedrohter wird. Ich habe nix am Nord- oder Südpol zu suchen, ich gehöre nicht in den Dschungel und schon recht nicht in die Favelas wo auch immer. Aber –

Jetzt hat mich eine Sehnsucht gepackt, die so gar nicht mit diesem Selbstverständnis einhergeht. Ich möchte unbedingt die Sahara sehen. Lustigerweise habe ich vom Flugzeug aus schon einmal einen Blick darauf geworfen. Ich war hingerissen. Beließ es aber dabei.

Nun aber. Ein neues Buch hat damit zu tun, das ich gerade mit Begeisterung lese, von dem ich später hier noch berichten werde. Und nun will ich das sehen. Spüren, erleben. What for?

Ich weiß, dass plötzlich aufreißende Sehnsüchte genau so schnell wieder verschwinden können. Ich hoffe darauf. Denn nur etwas sehen zu wollen scheint mir zu wenig für eine so aufwändige Reise. Andererseits sind es ja manchmal völlig absurde Ideen, die einen im Leben auf eine entscheidende Bahn bringen. – Dennoch sträubt sich vieles in mir, Reisen nur zu machen, weil ich es kann.

Zum Glück habe ich noch Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht ergibt sich einmal eine Reise, bei der ich etwas mit meiner Sehnsucht verbinden kann. Ein Auftrag, ein Mensch, den ich in der Gegend besuche, wer weiß? Bislang habe ich zumindest verstanden, dass ich vorsichtig sein muss, für was ich meine Hände ins Feuer halte…

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Avatar von Unbekannt

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

  1. Avatar von Pascal

    Pascal 11. Februar 2025

    Ich war früher neidisch auf meine Eltern, ich wollte immer in die USA oder Kanada. Denn sie waren schon da drüben.

    Disneyland
    Big Apple
    Sanfrancisco

    Mittlerweile
    Möchte ich nicht einmal die Türkei, Brasilien, afrikanische Länder oder sonst wo hin…

    Ich bleibe in Europa, ich war in
    Norwegen
    Schweden
    Dänemark
    Tschechien
    Österreich
    Italien
    Griechenland
    Frankreich
    Spanien
    England
    Schottland
    Niederlande
    Belgien

    Ich werde das erste Mal in meinen Leben eine Schiffsreise machen dieses Jahr.

    Ja, viele Freunde von fliegen von mir in schöne warme Länder, aber ich bleibe auf meinen Kontinent.

    Es spielt eine Art Sicherheitsgedanke in meinem Kopf mit den ich nicht näher beschreiben kann.

    Ich bin dankbar in Deutschland zu leben und dankbar das ich in vermeintliche sichere Länder reisen kann.

    Viel Erfolg fliege rüber aber solltest du du Familie haben überlege es dir..

    Wobei Nord Afrika relativ sicher sein sollte

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    • Avatar von Stephanie Jaeckel

      Stephanie Jaeckel 11. Februar 2025

      Ich habe keine Flugangst und ich habe keine Familie. An der Stelle bin ich frei, zu fahren, wohin ich will. Ich liebe Europa. Ich reise selten. Ich bin gerne in Deutschland. Ich würde nie in Kriegsgebiete fahren. Nicht aus Angst. Sondern weil ich das Gefühl hätte, ich mache mich über die tägliche Bedrohung, der die Menschen dort ausgesetzt sind, lustig. Und ich überlege mir es immer gut, bevor ich ein Ziel ansteuere. Für mich sind übrigens Schiffsreisen ein echtes Horrorszenario. Das würde ich nie können. So sind die Menschen verschieden 😉

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