Kälte (Nachtrag)

Wer ein wirklich kaltes Buch lesen will, sollte zu Jenny Erpenbecks „Wörterbuch“ greifen. Auch hier wird eine Quelle der Erstarrung nicht nur beschrieben, sondern regelrecht seziert: die Traumatisierung. Und was den Text wirklich fantastisch macht, gleichzeitig aber auch schwierig zu lesen: er erklärt nicht, er versucht nicht, unser Verständnis zu bekommen, er bleibt kalt.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

    • Avatar von Stephanie Jaeckel

      Stephanie Jaeckel 4. Juni 2024

      Entschuldige, ich war lange nicht auf meiner Seite, habe deshalb auch nicht geantwortet. Marc Chagall wird oft unterschätzt, weil seine Bilder harmonisch, bunt und fast ein wenig volkstümlich daherkommen. Dabei hat er Kriege miterlebt und war als Jude verfolgt. Die Poesie seiner Bilder liegt auch in einer inneren Kraft, sich Glauben und Schönheit nicht nehmen zu lassen. Als Bildwissenschaftlerin lese ich meist nur langweilige Kataloge oder schaue mir, wo ich kann, die Original-Bilder an. Deshalb kann ich leider keine wirklichen Tipps geben. Ich glaube, er hat selbst etwas geschrieben. Das würde ich mir auf jeden Fall einmal anschauen!

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