Heute schlägt WordPress Blogger*innen die Frage vor: Wie vereinbarst Du Beruf und Privatleben? Das passt ausnahmsweise einmal genau zu dem Thema, das ich gerade im Kopf hatte: Wie mich Kunst immer wieder rettet.
Ich frage mich oft, warum ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, Kunstgeschichte zu studieren. Wenn ich ganz ehrlich war, wusste ich nicht wirklich etwas über das Fach, außer, dass meine beste Freundin schon mit dem Studium angefangen hatte, während ich als Au Pair in Nizza war.
Rückblickend war das Studium zwar unglaublich schwierig. Ich wäre fast gescheitert an den extrem hohen intellektuellen Herausforderungen (ich komme aus einer Arbeiterfamilie). Aber wo es doch einen Durchgang gab in eine andere Welt. Die still war und dennoch oft aufregend. Wo sich Science-Fiction mit Autobiografien und schlichter Dokumentation, großes Theater mit ernster Reflektion oder strenger Einfachheit mischte. Es war etwas so Schönes, Überraschendes, und aus der Welt der Kleinststadt heraus gesehen Unvernünftiges, dass es sich für mich lohnte, dranzubleiben.
Das ist mir bis heute geblieben. Kunst öffnet mir immer wieder Wege (zumindest für festgefahrene Gedanken), auf denen ich aus persönlichem Ungemach herausfinde. Insofern hat die Frage, wie ich Beruf und Privatleben vereinbare, eine ganz eigene Antwort. Mein Beruf ist mir lebenswichtig. Oder: Ohne Beruf kein Leben. Schon gar keine Freizeit.
Das Foto zeigt den Teil einer Serie von der US-amer. Künstlerin Nancy Holt, deren Arbeiten (viel Licht und Schatten) zur Zeit im Berliner Martin-Gropius Bau zu sehen sind. Die Lichtreflexionen auf dem Glas sind meine Zutat…

Verwandlerin 19. Mai 2024
Danke, dass du diese wundervollen Gedanken mit uns geteilt hast! Kunstgeschichte fand ich als Historikern schon immer brennend interessant…
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