Trotzdem weitermachen

Eben – Baumkrone ab, aber weiter sprießen. Das fand ich neulich überzeugend, als ich im trüben Wetter meine Besorgungen machte. Es gibt gerade so viel, von dem ich denke, dass es schief hängt. Weggucken? Wegducken gar? Alternative Realitäten öffnen? Alkoholikerin werden? Oder am Brandenburger Tor kiffen?

Den ersten Schritt in die Luft machen. So geht ein Anfang. So unwahrscheinlich das klingt. Aber dafür braucht es Mut. Und eine gewisse Konzentration. Denn nicht überall ist Luft gleich dünn. Was kann ich tun für oder in dieser Welt, in der so viel schief zu gehen scheint? Und was mache ich mit mir? Einfach älter werden? Oder dem Versprechen nachgeben, besser und noch besser zu werden?

Wenn ich an meinen toten Vater denke, überlege ich, was seine Essenz war. Und ob er etwas daran hätte verbessern können. Ich weiß es nicht. Es gab viele Seiten an ihm, die ich schwierig fand. Aber wenn man sich Menschen insgesamt anschaut, war er sicher nicht einer der Schlechtesten. Worum geht es im Leben? Morgen ist auch noch ein Tag. So sagt man. Schauen wir mal.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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