So habe ich mir das eben auch nicht vorgestellt. Dass ich immer wieder von vorne anfange bei der Frage, wer ich eigentlich bin. Oder wo ich hin will.
Vermutlich gibt es ja auch sehr verschiedene Charaktere, dass es den einen so, den anderen eben anders ergeht. Aber seit mein Vater tot ist, habe ich das Gefühl, mich wieder neu zusammenstecken zu müssen. Ja. Müssen. Es passt nichts mehr zusammen. Es braucht eine neue Anordnung.
Doch finde ich den Ansatz nicht. Wenn ich mich betrachte von der Perspektive, „du hast jetzt keine Eltern mehr“, finde ich gar keine Idee. Es müsste etwas anderes sein. Vielleicht gar nicht unbedingt ein Verlust. Eher diese erleichternde Ansage „boarding completed“, nach der es dann endlich los geht.
Es muss ja auch gar nicht die Frage sein, wer ich bin. Sondern die viel spannendere: Wer ich sein will. Und dann sitze ich da, und starre Löcher in die Luft. Und dann miste ich irgendwann lieber die Schublade aus. Weil ich mich mit mir langweile.
Tja. Da braucht es wohl mal wieder GEDULD. Autsch. Ausgerechnet. Aber gut. Heute habe ich einen ganzen freien Tag. Und so ein Ostertag ist sicher nicht der schlechteste Ausgangspunkt, eine neue Perspektive zu finden.

Gamma Hans 1. April 2024
Dem Gefühl vertrauen
damit der Verstand
demütig wird
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Verwandlerin 2. April 2024
Genau, von wegen Wiederauferstehung und so… Falls es dich beruhigt, liebe Stephanie: Ich muss mich auch immer wieder verorten. Halte das für normal und unerlässlich, wenn man nicht stehen- und steckenbleiben will… Ganz liebe Grüße, Marion
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Grinsekatz 2. April 2024
Ich möchte die bester Version meiner Selbst
werden/s> sein. 🙂Was die Eltern angeht – gefühlt allein bin ich, solange ich denken kann. Was nur ein Gefühl ist und so auch nicht stimmt. Vater ist bereits gestorben und Mutter auf dem letzten Stück Leben. Was bleibt, ist Verantwortung (auch mir gegenüber), der bleiche Fakt, nunmehr als Nächstes dran zu sein, aber auch – genau da zu sein, wo ich sein soll, mit allen meinen Ängsten, Zweifeln, aber auch mit meinem Glauben und meiner Hoffnung.
Großer Unterschied zu früher – das Leben ist spannend. Selbst, was den Tod angeht, wer weiß das schon so genau, wie es dahinter ausschaut. Aber vor allem ganz profan in der Gegenwart oder der jüngeren Zukunft: Was kann ich noch lösen, was erreichen in diesem Leben? Wie weit kann ich kommen, mit mir selbst? Werde ich einst an diesem letzten Tag, mit mir hadern ob mancher Tat/Unterlassung wider besseren Wissens oder darf ich mit gutem Gewissen rübergehen.
Grüße & einen guten Morgen Dir, Reiner
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Grinsekatz 2. April 2024
Sollte nicht gestrichen sein 🙂
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monsieurquirit 4. April 2024
Das kommt immer mal wieder vor. Man bleibt stehen und sucht einen Weg und dann geht es doch weiter, irgendwie.
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