Trostlosigkeit (III)

Das ist so die deutsche Variante von trostlos, dachte ich, als ich Anfang der Woche im Zug saß, und an dieser Szenerie vorbeikam. Oder wie es wäre, dort zu wohnen. Oder wie gut ich es habe (das war mir noch nie in den Sinn gekommen), genau da zu wohnen, wo ich auch wohnen möchte (na gut, von Kalifornien mal abgesehen, aber man muss ja auch noch Träume haben, oder?)

Trostlos fand ich auch diese schmierige Bräsigkeit einiger meiner Mitreisenden, die sofort, nachdem sie in der Bahn Platz genommen hatten, ihren Mundschutz abnahmen, um die nächsten anderthalb Stunden an einem Brötchen zu lutschen.

Oder dass es weder ein Glas Wasser, geschweige denn eine Tasse Kaffee gab, nachdem ich zu einem Arbeitsgespräch beim Kunden endlich ankam. Echt jetzt?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 3

  1. Ralph 10. April 2021

    Tja.
    Allein so einen Parkplatz vorm Wohnzimmerfenster möchte ich ja echt nicht haben. Von der riesigen Betonwand ganz zu schweigen!
    Und doch scheint ja immerhin die Sonne – und das Backsteinhäuschen selbst sieht ganz nett aus.
    Die Frage, wie wir wohnen wollen (und vielleicht sollten!), finde ich schon lange sehr wichtig und relevant für so vieles (Flächenverbrauch, Verkehr, Klima…)
    Und dein Kunde – hättest du ihn um ein Glas Wasser bitten können? Oder verstößt das gegen die Corona-Etikette?

    Gefällt 1 Person

    • Stephanie Jaeckel 13. April 2021

      Ja, das Häuschen ist eigentlich ganz o.k. – aber diese gesamte Szene fand ich irgendwie gespenstisch. Ich habe gestern einen Artikel gelesen, dass sich einige Architekt/innen auf indigene – also wirklich komplett „unmoderne“ – Bautraditionen besinnen, einfach weil dadurch nachhaltigere und auch klimafreundlichere Bauweisen möglich sind. Und es ist erstaunlich, dass diese „primitiven“ Techniken sich im ganz großen Stil anwenden lassen – natürlich nicht alle, aber da liegt für mich tatsächlich ein Hoffnungsschimmer. Ansonsten, nein, Wasser hatte ich selbst dabei, aber den Kaffee habe ich mir dann doch noch (hartnäckig) erfragt…

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