Sammeln?

Ein weites Feld. Und eine Trennlinie. Denn niemand sammelt nur „ein bisschen“. Hier gilt: Entweder – Oder. Deshalb wird – wenn auch spaßeshalber – von einem „Sammler-Gen“ gesprochen, dem ein ebenso augenzwinkerndes „Wegwerf-Gen“ gegenübergestellt wird.

Manch‘ heimliche/r Sammler/in mag von vornherein von der Erkenntnis abgeschreckt worden sein, nicht genug Platz zu haben. Denn wer anhäuft, muss Raum zu genüge haben. Oder zumindest Speicherplatz: Digitale Sammlungen nehmen sprunghaft zu. Musik, Filme, ja, auch die eigenen Fotos – zum Beispiel.

Sammeln hat aber nicht nur etwas mit Lagern zu tun, sondern auch mit Zeigen. Und ist damit eine durchaus kommunikative Tätigkeit. Jedes Stück hat seine Geschichte, die erzählt werden möchte: Sei es die Erwerbs-Geschichte, die eng mit dem Besitzer oder der Besitzerin verknüpft ist, oder die eigene Geschichte in der Welt: Was bin ich eigentlich? Wozu wurde ich hergestellt, wann, wo? Braucht es mich noch? – und vieles mehr.

Ich bin das, was es eigentlich nicht gibt: Eine Gelegenheits-Sammlerin. Hin und wieder picke ich einen Gegenstand, um ihn in meine Wohnung zu integrieren. Erinnerung spielt hier eine große Rolle. „Souvenirs“ wäre wohl die passende Bezeichnung für meine Mitbringsel. Vollständigkeit strebe ich nicht an. Zumal ich weiß, dass keine Sammlung je fertig wird – zumindest wenn es sich um nicht-kommerzielle Sammlungen handelt. Zahlreiche „Zwei-Stück-Sammlungen“ in meinem Besitz zeugen davon. Und Ihr so? Sammelt jemand? Oder versucht jemand seit Jahren, von der „Sammel-Wut“ loszukommen?

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 7

  1. mannigfaltiges 12. Dezember 2020

    Ja, sammeln tu ich schon. Auch eher schon so wie du. Kommt mir was schönes, interessantes unter die Augen oder in die Finger, wird es natürlich aufgehoben. Auf irgendeine Art von Vollständigkeit lege ich keinen Wert. Im laufe der Jahre hat sich natürlich einiges angesammelt. Aber von „Wut“ möchte ich nicht sprechen. Im Gegenteil. Fällt mir nach Jahren durch Zufall wieder irgendwas in die Hände, freue ich mich. Oder wenn mir nichts mehr daran liegt wird es einfach weggeworfen oder was neues daraus gemacht.
    Momentan habe ich meine Liebe zu Kleingrafiken, Holzschnitten, Exlibris entdeckt. Wie überhaupt Papier in jeder Form einen hohen Stellenwert in meiner „Sammlung“ hat.

    Grüße in die Hauptstadt aus der Provinz
    Erich

    Gefällt 1 Person

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