Abgeben

Es gibt bei eigenen Projekten den Moment, in dem man das Ruder abgibt. Dann zumindest, wenn man das Vorhaben nicht alleine finanzieren kann. Das muss nicht nur schlecht sein. Denn auch wenn viele Köche den Brei meist verderben, sehen vier Augen mehr als zwei. Und sechs erst. Oder acht. Vielleicht ist es so wie mit einem Kind, das man an einem bestimmten Punkt ziehen lassen muss. So viel kann schief gehen, aber so viel auch besser. Mein Hölderlin-Buch ist jetzt in der ersten Lektorats-Runde. Und weil es eine Kooperation mit einem Museum und einem Verlag ist, schauen gleich vier Augenpaare neugierig in den Text. Der wird jetzt laufen lernen. Denn erst in den Köpfen von Leserinnen und Lesern kann er sich entfalten. Mir ist mulmig. Aber es ist auch ein schönes Gefühl, etwas eigenes aus der Hand zu geben.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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