Richtungswechsel

Erst dachte ich, es sei ein Geburtstag wie viele andere zuvor. Aber jetzt, so im Abstand von einem Monat merke ich, dass mich diese eine Jahr mehr doch sehr ins Grübeln bringt. Ich laufe – zumindest was die Zahlen angeht – auf den Rentner-Status zu. Gut, es gibt noch einen Puffer von mindestens einem Jahrzehnt, aber die Richtung ist nicht mehr zu übersehen. Geschenkt, dass ich mich lange nicht so fühle, ich bin vermutlich sogar fitter als vor 10 oder 15 Jahren, allein schon, weil ich viel seltener Migräne habe und mich deutlich mehr bewege, und, auch das kann ich mittlerweile so deutlich sagen, glücklicher bin.

Der Perspektivwechsel ist allgegenwärtig. Neulich ist mir aufgefallen, dass es längst nicht mehr ältere Menschen sind, die mir vorbildlich erscheinen. Ich sehe junge Leute, von denen ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden möchte (oh nee, bloß nicht wörtlich!). Und damit meine ich keineswegs deren Jugendlichkeit. Damit meine ich nicht, dass ich mich von meiner Rolle als „alter Hase“ verabschieden möchte. Wer älter wird, hat – zumindest verstehe ich das so – eine gewisse Verantwortung jüngeren Kolleg/innen, Nachbar/innen, Freund/innen gegenüber. Was nicht Besserwissen heißen soll, sondern Aufmerksamkeit oder die Bereitschaft, Erfahrungen weiterzugeben.

Jetzt also jüngere Vorbilder. Fühlt sich gut an. Um nicht zu sagen: richtig gut!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

  1. Ulli 26. Februar 2020

    Diese Erfahrung mache ich auch seit einigen Jahren und genieße sie sehr.
    Gerade eben wieder, ich arbeite in einem Vorstand mit zwei jungen Frauen und einem jungen Mann zusammen, die anderen drei sind in meinem Alter, es ist ein Geschenk voneinander lernen zu dürfen und dies sogar benennen zu können und dabei auf offene Herzen und Ohren zu stoßen.
    Herzliche Grüße
    Ulli

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