Generation Mondlandung

Mein Vater hat mir erzählt, wir seien damals gerade in Holland in Ferien gewesen, als Armstrong seine ersten Schritte auf dem Mond machte. Er sagte auch, dass dieser Moment wohl der einzige war, der seinen Vater, also meinen Großvater, noch einmal so richtig aus der Reserve gelockt und zum weinen gebracht habe: Dass er das noch erlebe! (ein Mann, der zwei Weltkriege überstanden hatte).

Ich war dagegen noch klein und frisch auf der Welt. Ich hatte noch nicht viel erlebt, begriff aber zum ersten Mal, dass das Erlebnis anderer mich direkt betreffen würde: Der Mensch ist auf dem Mond gelandet, spaziert dort herum, und das wird die Zukunft der Menschheit und damit auch meine verändern. Dass es dann später die Froschmänner sein würden, die ich im Kindergarten wochenlang malen würde, war da noch nicht absehbar. Offensichtlich hatte mich die Landung der Apollo-Kapsel dann doch mehr begeistert, als die Landung auf dem Mond.

Ab diesem Moment war ich von der Zukunft fasziniert. Dass mich nur wenige Jahre später Raumschiff Enterprise – als einzige Serie überhaupt – begeistern würde, zeichnet sich hier schon ab. Dass ich ab da die Gegenwart nicht mehr als genug empfand, mir immer einen Ausweg in eine größere Zukunft offenhalten wollte, sicher auch. Allein die Möglichkeit, die Erde zu verlassen, ist mir als große Verheißung geblieben. Die Hoffnung auf eine „dritte Antwort“, die Captain Kirk stets fordert, wenn es zu einem Patt von entweder/oder kommt. Generation Mondlandung – damit meine ich keine blinde Technikbegeisterung. Sondern die Fähigkeit, Träume zu verwirklichen. Hoffentlich reicht die noch, um vor unserem Abgang noch ein paar gute Träume auf „unserem“ Planeten wahr zu machen.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

    • Stephanie Jaeckel 16. Juli 2019

      Geld. Die Flüge sind nach wie vor extrem teuer. Und der Nutzen ist – vom Renommee einmal abgesehen – eher klein. Tatsächlich brauchte es Jahre, um sich überhaupt neue Fragen zu stellen, die eine weitere Anwesenheit auf dem Mond sinnvoll machten. Wir dürfen schließlich auch nicht vergessen, dass solche Exkursionen nach wie vor extrem gefährlich sind.

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