Konzentration

Im letzten Jahr bin ich am Ende etwas aus dem Tritt gekommen. Ich hatte absichtlich weniger AuftrĂ€ge angenommen, um den stressigen Sommer und Herbst ruhig ausklingen zu lassen. Aber es kam anders. Statt mich zu erholen, wurde meine Laune immer schlechter. Ich konnte kaum eine freie Minute genießen, und das Wenige, was ich zu tun hatte, ging mir langsam von der Hand. đŸ€šÂ (<= der schlaue Rechner đŸ–„Â gibt wieder Kommentare…) Ich war nicht nur verunsichert, sondern auch mies gelaunt. So hatte ich mir das nĂ€mlich nicht vorgestellt.

NatĂŒrlich habe ich endlos darĂŒber gegrĂŒbelt: Konnte ich nicht loslassen? Bin ich etwa arbeitssĂŒchtig? Weiß ich nichts mehr mit mir selbst anzufangen? Habe ich ein so riesiges schlechtes Gewissen, wenn ich nichts oder nur wenig mache? Was lief falsch?

Heute hatte ich plötzlich eine Idee. Es war womöglich die Konzentration, die mir gefehlt hat. An einem „normalen“ Arbeitstag gibt es immer ein oder zwei Stunden (manchmal mehr), in denen ich tief konzentriert bin. Ich finde das anstrengend. Trotzdem: Diese Stunden sind die beste Zeit des Tages. Es fĂŒhlt sich an wie in großer Tiefe unterwegs zu sein, sehr weit weg vom Alltag, dennoch sehr nah bei mir selbst. Ich hatte mich wohl vertan, indem ich dachte, die Konzentration fĂŒr mehr Erholung weglassen zu können. Ich hoffe, ich denke das nĂ€chste Mal daran.

 

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir hĂ€ufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, KerntĂ€tigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch wĂ€hrend ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurĂŒckschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. christahartwig 21. Januar 2018

    Interessant dass Du schreibst, Du seist “ weit weg vom Alltag, dennoch sehr nah bei Dir selbst“, wenn Du tief konzentriert bist. Ich habe, wenn ich sehr konzentriert bin, immer das GefĂŒhl, sowohl vom Alltag als auch von mir selbst wie losgelöst zu sein. Ich vergesse mich regelrecht. Und das ist – finde ich – erholsam. Nur der Weg zurĂŒck ist nicht immer angenehm. Da bin ich u.U. fĂŒr eine halbe Stunden weniger ansprechbarer als morgens nach dem Aufstehen.

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    • Stephanie Jaeckel 21. Januar 2018

      Vielleicht bin ich noch nicht im letzten Stadium angekommen? In der Konzentration weiß ich immer noch, dass ich etwas mache, und dass ich auf einer Kante stehe. Nein, Halt! Das ist beim Schreiben so. Oder genauer, wenn ich etwas „wichtiges“ schreibe. Das ist wiederum ein bisschen so, wie verliebt sein. Oder wie etwas ganz aufregendes machen. – ? Tja, hier weiß nicht mal mein schlauer Rechner đŸ’» weiter… 😜

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