Ziel erreicht

Das hätte aber auch schief gehen können. Erstens war ein ungeheurer Stau in Los Angeles. Nö, das brauche ich nicht spezifizieren: ganz Los Angeles war ein Stau. Und dann geriet ich ins teuerste und gleichzeitig unübersichtlichste Parkhaus des Universums. Da wurden saftige Dollarbeträge für 10 Minuten abgerechnet und das Abstellen und nach Finden eines günstigeren Parkplatzes wieder Herausfriemeln des Autos kosteten 12 Dollar irgendwas und einen dicken Nervenstrang. Aber der Anblick der Philharmonie im Abendlicht machte alles wieder wett. Erst recht der kalifornische Sekt zur Einstimmung ins Konzert. Der Saal selbst bleibt leider durch Verwendung eines scheußlichsten Bestuhlungsstoffes weit unter dem Niveau der fantastischen Außenhaut, dafür ist der Garten eine schönste Pausenerfahrung. Dirigiert hat heute Abend der Chef persönlich: Gustavo Dudamel, der seine Combo durch die beiden Schubert-Sinfonien Nr. 5 und Nr. 6 führte und dann noch, mit der Mezzosopranistin Sasha Cooke (sehr erste Sahne), in die Melancholie der Rücker-Lieder von Gustav Mahler. Solide, kompakt, geschmeidig und voller Applaus am Schluss, dem ich mich gerne angeschlossen habe.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 5

    • Stephanie Jaeckel 20. Mai 2017

      Ja, das war so eine Art Mörderparkhaus. Ich wette, es hat Zähne. – Andererseits, … Es waren eigentlich immer Parkhausleute auf allen Decks unterwegs. Man konnte sich durchfragen. Sogar nette Autofahrer hielten und halfen mit. Aber es war sehr rätselhaft, was sie sagten, es galt Decks zu wechseln, Straßen zu queren, und das Häuschen, wo man normalerweise zahlt, war auch zu. Am Ende hat es mit der Kreditkarte geklappt, wie fast alles hier. Aber wie groß war meine Erleichterung, als es direkt vor der Concert-Hall einen Parkplatz gab, wo der ganze Abend fürs geparkte Auto schlappe 10 Dollar kostete. Und dann: Die Nachtluft hier in Kalifornien ist umwerfend: duftend und seidig. Sogar mitten in der Großstadt. Da war es richtig traurig, wieder in die Blechbüchse steigen zu müssen….

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    • Stephanie Jaeckel 20. Mai 2017

      Ja, es ist auch hier Frank Gehry, die Walt Disney Hall wurde 2003 fertiggestellt. Von weitem und auch von nahem unendlich schön. Komisch dagegen die Eingangssituation. Lüftungsschacht und Eingang sind nicht so leicht zu unterscheiden. Doof natürlich auch, dass so eine kompakte Außenhaut keine Fenster erlaubt (auf jeden Fall von drinnen), dafür geben die Faltungen eben Möglichkeiten her, kleine Gärten oder Außenterrassen zu öffnen. Das hat dann wirklich was. Hier gibt es noch andere Gehry-Häuser. Auf eine Art kann man da das Schaffen gut beobachten, von den noch einfachen, fast rohen Verschachtelungen und eher einfachen Innen-Außen-Verstrebungen zu den komplexen, wie mit Segeln versehenen Schachteln. Aber die erste Fahrt durch L.A. hat mich doch das Fürchten gelehrt. Keine Ahnung, ob ich es da schaffe, lustig zwischen den Vierteln hin und her zu fahren. Mal sehen…

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