Das Wochenende taugt ja schon mal für große Gedanken. Immerhin ist der Tisch leer geräumt und über weite Oberflächen lässt sich gut über den Tellerrand schauen. Die Museen der Zukunft. Jawohl. Das sollte die Kunsthistorikerin schon interessieren, auch wenn Kollege Hubertus Kohle düster ahnt, dass man
„ja auch nicht die Fische fragt, ob man den See trocken legen soll.“
Neben diesem entzückenden Zitat finden sich in dem Essay (am 30. November im Perlentaucher veröffentlicht) Gedanken zum Veränderungspotential von Museen, denn so viel scheint klar: Das Konzept des 18. bzw. 19. Jahrhunderts hat ausgedient. Ob es in Richtung Amüsement geht, auf die Besucher zu oder in eine entgegengesetzte Richtung, hin zu einem auratischen Raum, markiert den Weg von Kohles Betrachtungen. Und ich denke mir so meinen Teil, immerhin bin ich Teil des Betriebs, wenn auch nur ein kleiner. Schön – und in typischer Kunsthistorikermanier formuliert – eine Beobachtung, die so allgemeingültig ist, und so bedenkenswert, dass ich sie hier wiederholen möchte:
„(…) an eine Erfahrung werden wir uns gewöhnen müssen, die die Moderne immer schon geprägt hat (…): Die Dinge werden sich immer schneller verändern. Es steht außer Frage, dass sich hier ein anthropologisches Problem erster Güte stellt, das auch im politischen Raum noch manche unangenehme Überraschung bereithalten wird. Denn wir neigen dazu, uns eher in verstetigten Verhältnissen wohl zu fühlen als in permanent sich wandelnden.“
Also, was soll ich sagen? Raus aus dem Nest. Und schauen, wo’s weiter geht. Einen guten Start in die Woche!

papiertänzerin 5. Dezember 2016
… das Foto! (verrätst du wo, was das ist ?)
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Stephanie Jaeckel 5. Dezember 2016
Das ist ein selbst ausgeschnittener Pappvogel mit echter Feder – so gesehen im Schaufenster der Buchhandlung „Anagramm“ am Mehringdamm.
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papiertänzerin 5. Dezember 2016
… sehr schön, schlicht ergreifend, danke dir 🙂
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