Die Amerikaner/innen waren für mich schon als Kind etwas Besonderes. Mein Vater hatte nach dem Krieg nur Gutes mit ihnen erlebt, meine frühen Erinnerungen drehen sich um Raumschiff Enterprise, Mickey Mouse und natürlich um Coca Cola. In den letzten anderthalb Jahren haben nun diese Amerikaner/innen eine Wahlschlacht hingelegt, die hässlich war, wie keine je zuvor. Jetzt haben sie dort vermeintlich einen der ihren gewählt, keinen Präsidenten. Offensichtlich ist das Misstrauen gegen Politiker/innen größer als jede Vernunft. Nicht, dass ich das von oben herab meine. Wir haben mit der AfD einen ähnlichen Kandidaten auf der Liste, auch hier übernehmen Geister das Steuer. Politik ist keine Show, sie ist harte, oft umspektakuläre Arbeit, bei der Augenmaß und vor allem Demut angesagt ist. Nicht ICH bin Präsident, sondern ich stehe an der Spitze meines Landes. Trump wählen, so habe ich gestern noch gelesen, bedeutet, die Überraschung wählen. Man will offensichtlich unterhalten werden, in einem Metier, dass sich im Grunde sämtlichen Ansprüchen auf Fun und Spass entzieht. Die Demokratie, auch das ist mittlerweile eine bekannte Tatsache, ist auf dem Rückzug. Nein, ich habe keine Angst vor den nächsten vier Jahren. Aber ich denke, wir sollten uns langsam damit anfreunden, wieder für unsere Belange zu sprechen, und zwar laut. When they go low, we go high. Dieser Appell behält seine Gültigkeit.

mannigfaltiges 9. November 2016
Man will unterhalten werden: der Tanz auf dem Vulkan läßt sich an Unterhaltungswert wirklich nicht mehr überbieten.
Motto: Ist eh schon alles egal, schaun ma mal.
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