Alle Nase lang frage ich mich wieder, warum ich fotografiere und was eigentlich. Natürlich fallen die Antworten unterschiedlich aus. Aber einer Sache komme ich auf die Spur. Mir geht es um das Andere im Alltäglichen. Um Unvertrautes, das sich in das Gewohnte mischt und kurze Irritationen hervorruft, die ich – ohne Kamera – manchmal gar nicht dingfest machen könnte. Zum Beispiel dieses Männerbein. Das Tattoo ist der Kreuzbergerin längst kein unvertrauter Anblick, aber in diesem Moment, in dem nur der eine Flügel das Motivs zu sehen war, erinnerte mich das Bein an das des geflügelten Götterboten Hermes und ich fragte mich, ob der nicht doch noch unterwegs sei, und was er möglicherweise für unsereins im Gepäck haben könnte. Ich zum Beispiel würde liebend gerne ein Botschaft aus dem Olymp bekommen (nicht zu verwechseln mit Olympia), irgendetwas Mirakulöses vielleicht oder zumindest ein kleines Körbchen Nektar und Ambrosia. Mir mein Leben ungewohnt machen, um mit allen Sinnen gespannt zu bleiben? Ja, das wäre eine Antwort. Zumindest für heute.

SätzeundSchätze 22. August 2016
Wie schön, wenn ein Tattoo so die Phantasie beflügeln kann 🙂
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Myriade 22. August 2016
Das ist eine sehr nachdenkenswerte Antwort auf eine Frage, die ich mir auch immer wieder stelle.
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tomas bächli 22. August 2016
Viel zu selten erreicht mich solch eine Botschaft aus dem Olymp, oder aus irgend einem Ort,der außerhalb der selbstg ewählten oder von außen aufgezwungenen Gefängnisse liegt. Sie trifft auf die Menschen mit ihren Wünschen,Ängsten und ihrer Sehnsucht. Für mich besteht sie immer aus den gleichen drei Worten:
WARUM EIGENTLICH NICHT?
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