Menschengesichter

Nicht nur Bäume sind schwer zu fotografieren. Auch Porträts verlangen einem viel ab. Anders als bei Bäumen muss man aber auch noch fragen, wenn man die gemachten Bilder veröffentlichen will. Aber wie zum Beispiel in einem Café fotografieren, möglichst ohne großes Aufheben, und dann rumfragen, ob man die Fotos – jedes Mal wenn jemand aufsteht und geht? Bislang hat es mich wenig gestört, Menschenbilder für mich zu behalten. Aber ich merke, wie oft mir das Herz aufgeht, wenn ich ein schönes, ein entspanntes, ein freundliches oder nachdenkliches Gesicht sehe (oder, oder, oder). Ich entwickele mich gerade zur Menschenfängerin (zum Glück nur fotografisch – und das mit der Seele glaube ich nicht), wie also damit umgehen? Hat jemand von Euch vielleicht Erfahrungen oder Tipps? Würde mich freuen.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 5

  1. mannigfaltiges 20. Februar 2016

    Leider keine Tipps, nur ein paar Gedanken.
    Vorab eine kleine Definition: Es geht hier nicht um das Urheberrecht, ich rede hier von Porträtaufnahmen bei denen die abgebildete Person deutlich erkennbar ist und das Bild dominiert. Sobald dies der Fall ist, und an eine Veröffentlichung gedacht wird, muss ich eine Einverständniserklärung des abgebildeten oder seines rechtlichen Vertreters – möglichst in schriftlicher Form – vorliegen haben. Ansonsten kann es Ärger mit dem „Recht am eigenen Bild“ geben. Geklaut und mißbraucht ist schnell, auch wenn es nur ein Screenshot ist, da hilft auch kein Bildstempel.
    Deshalb sind meine eigenen Photos so gut wie menschenleer. Ich möchte ja auch nicht, dass Photos von mir als Motiv in irgendwelchen (a)-sozialen Netzwerken kursieren (reine Hypothese – an mir gibt es nix interessantes). Außerdem bin ich selbst Kamerascheu und würde meine Rechte auch ausnutzen. Und was ich selbst nicht mag, mute ich auch keinem anderem zu.Aber wenn ich mich in den Netzwerken so umsehe, ist diese Einstellung wohl eher selten. Diese berühmten Silvesterbilder aus Großbritannien, welche als Kunst verkauft worden sind, sprechen eine deutliche Sprache. Manche, sogenannten Streetphotographen hangeln sich doch ziemlich nah am Voyeurismus entlang. In anderen Ländern ist man da aber bei weitem nicht so rigoros beim „Recht am eigenen Bild“.

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  2. Pingback: Aussichten & Einsichten – mannigfaltiges

  3. juergen61 21. Februar 2016

    Sind auch schöne Motive…und es gilt das man nicht alles fotografieren kann weil es Dinge gibt die sich der Kamera entziehen…das spielt sich im Kopf ab und das Bild wäre nur eine flache Reproduktion der Gefühle…es gibt aber durchaus Meister der Fotografie die diese seltenen Momente einfangen…ich denke da gehört sehr viel Einfühlungsvermögen dazu…ich bin daher Still Leben Fotograf geworden 🙂
    Lieber Gruss, Jürgen

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    • Stephanie Jaeckel 21. Februar 2016

      Ja, ich denke auch, draufhalten allein reicht nicht. Aber ich merke auf einmal, wie es mich da hinzieht. Für die Öffentlichkeit werde ich auch weiter die weitgehend menschenleere Welt zeigen. Und natürlich sind auch hier Hinweise auf Leben gestreut: noch und nöcher. Es geht mir schließlich um die Welt (Alltagswelt) im großen und ganzen. Doch ich spüre, wie mich gerade die Unzufriedenheit schüttelt. auf Deine Fotos bin ich gespannt.

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